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Wilhelmplatz: Taubennest verhindert Baumfällung

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Die alte Robinie erstreckt ihre Zweige über den neuen Kaffeekiosk und das benachbarte „Taj Mahal“; der Stamm ist in den Pavillon integriert. Doch wegen des Pilzbefalls ist der Baum nicht zu retten. Foto: Schöneck
Die Robinie neben Pavillon am Wilhelmplatz ist im Inneren verfault und sollte schon längst gefällt sein. Doch in der Krone des Baumes befindet sich ein Taubennest. Jetzt soll bis zum Ende der Brutzeit gewartet werden.  Von
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Eine traurige Nachricht für die Händler und Besucher des einzigen täglichen Kölner Marktes auf dem Wilhelmplatz: Die Tage der mehr als elf Meter hohen Robinie am „Taj Mahal“ sind gezählt. Der Baum neben dem Pavillon, der von den Nippesern scherzhaft nach dem berühmten indischen Mausoleum benannt wurde, ist von Holz zersetzenden Pilzen befallen und im Inneren weitgehend verfault. Äste drohen abzubrechen.

Eigentlich sollte die Robinie schon vor sechs Tagen abgeholzt werden – doch nachdem Baum-Experten einige Äste entfernt hatten, entdeckten sie in der Krone ein Taubennest. Deswegen setzten sie die Fällung vorerst aus. Nun muss wohl abgewartet werden, bis die Brutzeit der Vögel vorbei ist – sie kann sich bis September erstrecken, in Einzelfällen auch länger dauern. „Es gibt derzeit keinen neuen Stand der Dinge“, bestätigt Stadt-Pressesprecher Stefan Palm.

Zentrum des Stamms schwer geschädigt

Zuvor hatte das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen den Pilzbefall bei einer Untersuchung festgestellt. „Wir haben eine sogenannte Schall-Tomografie angefertigt“, erläutert ein Grünflächenamts-Mitarbeiter auf dem Wilhelmplatz. Dabei werden rundum Sensoren an den Stamm gelegt und Schallimpulse durch das Holz geleitet. Anhand der Durchfluss-Geschwindigkeit lässt sich auf die Holzdichte schließen, und damit auf den Gesundheitszustand. Ähnlich wie bei einer Tomografie-Aufnahme von Körperteilen lässt sich per Computer eine Karte mit farblich gekennzeichneten Zonen erzeugen. Resultat: Vor allem im Zentrum des Stammes ist das Holz so schwer geschädigt, dass Handlungsbedarf besteht. „Wir versuchen aber einen neuen Baum an derselben Stelle zu setzen – sofern es die Lage der Leitungen im Boden zulässt.“

Mit der Robinie, direkt neben dem neu eröffneten Kaffeekiosk an der rechten Seite des „Taj Mahals“, trifft es ausgerechnet den am prominentesten platzierten Baum auf dem Platz. Beim Bau des Pavillons im Jahr 1992, der ein darunter liegendes Trafohaus verkleiden sollte, wurde extra ein Bogen um die Robinie gezogen, der den Stamm optisch einfasst und ins Bauwerk integriert.

Der aktuelle Fall erinnert an eine Aktion vom April in Riehl: An der Ecke Riehler Gürtel/Stammheimer Straße war eine hohe, sehr schöne Linde beseitigt worden – auch hier lag ein Pilzbefall im Stamm vor.

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