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Wohnheime: Zu wenig Platz für Flüchtlinge

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Das Flüchtlingsheim an der Xantener Straße befindet sich in einem maroden Zustand und wird deshalb zum Jahresende geschlossen. Foto: CHRISTOPH HENNES
In Köln steigt die Zahl der Flüchtlinge immer weiter an. Doch sämtliche Wohnheime sind ausgelastet. Dass die Stadt das Flüchtlingswohnheim an der Xantener Straße in Nippes zum Jahresende schließen wird, erschwert die prekäre Lage.  Von
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So viele Menschen wie nie zuvor befinden sich derzeit weltweit auf der Flucht aus ihren Heimatländern. Das geht aus aktuellen Zahlen der Vereinten Nationen hervor. Auch in Köln steigt die Zahl der Flüchtlinge entsprechend immer weiter an. Im ersten Quartal 2013 hat die Stadt insgesamt 443 Männer, Frauen und Kinder neu aufgenommen. 254 von ihnen wies das Land zu, 189 weitere reisten unerlaubt ein. Da es gleichzeitig lediglich 386 Abgänge gab, leben in Köln derzeit insgesamt 2253 Flüchtlinge. Die meisten von ihnen kommen nach Angaben der Stadt aus Serbien, Mazedonien, Kosovo, Syrien, Iran, Irak, Afghanistan und Nachfolgestaaten der Sowjetunion.

Die Kölner Aufnahmequote wird derzeit nur zu 95,5 Prozent erfüllt. Da aktuell in Deutschland 5000 syrische Flüchtlinge sowie weitere 300 aus dem Irak und Libyen aufgenommen werden, steht die Stadt vor erneuten Herausforderungen. Das Land wird Köln weitere Flüchtlinge zuweisen, teilt das Amt für Wohnungswesen mit.

Sämtliche belegbaren Wohnheimplätze sind aber jetzt schon ausgelastet, so dass bislang bereits 462 Flüchtlinge in Kölner Hotels und Pensionen untergebracht werden. Hinzu kommt erschwerend, dass die Stadt das Flüchtlingswohnheim an der Xantener Straße in Nippes zum Jahresende schließen wird. Dadurch entfallen weitere 56 Plätze.

Das 60 Jahre alte Gebäude soll abgerissen werden und einem Neubau weichen, weil die Bausubstanz als völlig marode eingeschätzt wird. Bereits im Herbst 2010 hatte der „Kölner Stadt-Anzeiger“ über die katastrophalen Zustände in dem Haus berichtet. Eine daraufhin erfolgte Renovierung brachte offenbar nur kurzzeitig eine Besserung: Mittlerweile leben die Flüchtlinge erneut unter unzumutbaren Bedingungen.

Neubau ist in Planung

„Ich begrüße es außerordentlich, dass diese prekäre Situation nun beendet wird“, sagt Caritas-Chef Peter Krücker als Mitglied des Runden Tischs für Flüchtlingsfragen. Wann der Neubau bezugsfertig sein wird, ist noch nicht absehbar.

Die Verwaltung kündigt an, die 56 Bewohner des Gebäudes an der Xantener Straße nach und nach in Mietwohnungen unterzubringen. Gelinge das nicht bei allen, sollen die Flüchtlinge in anderen Wohnheimen unterkommen.

Doch dort fehlt bereits jetzt der Platz für etwa 560 Menschen. „Die Stadt hat ihre Kapazitäten in den vergangenen Jahren verringert, obwohl Experten darauf hingewiesen haben, dass es wieder einen Anstieg geben würde“, sagt Krücker. Nach Auskunft des Wohnungsamtes werden in Köln mindestens sieben weitere Flüchtlingswohnheime benötigt. Tatsächlich gebaut werden aktuell jedoch nur zwei neue Gebäude an den Standorten Potsdamer Straße in Weiden und Kuckucksweg in Godorf. Hinzu kommt die Sanierung der städtischen Wohnhäuser an der Straße Auf dem Ginsterberg in Weidenpesch. Insgesamt sollen so 210 neue Plätze für Flüchtlinge entstehen. Weitere Grundstücke werden auf ihre Eignung geprüft.

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