27.07.2016
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Noch 113 Tage: Hoff: „Die Schnelleren sollen fahren“

Kanute Max Hoff

Kanute Max Hoff

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Bongarts/Getty Images

Köln -

100 Tage noch? Da habe ich gar nicht drüber nachgedacht. Aber 100 Tage ist ja auch noch viel. Jetzt bereitet man sich ohnehin spezifisch auf die Sommersaison vor, ob das noch 100 Tage bis Olympia sind oder 200 oder 150 - das ändert für mich erstmal nichts.

In den ersten zwei Märzwochen war ich mit dem Bundestrainer und einem Teil der Nationalmannschaft in Südafrika. Das war schön, das hat sehr viel Spaß gemacht. Anschließend war ich dann mit meiner Heimtrainings-Gruppe auf Mallorca. Mit denen verstehe ich mich natürlich richtig gut, weil ich die jeden Tag sehe. Mit denen wegzufahren macht immer unheimlich viel Spaß. Wir hatten ein, zwei Tage etwas Pech mit dem Wetter, aber dann wurde es auch superschön. Endlich konnten wir mal wieder ein bisschen draußen Sport machen.

Im ersten Trainingslager war ich noch etwas zurückhaltender, damit ich das zweite auch gut überstehen. Ich hatte ja im Winter erst ein paar Knieprobleme und dann Schwierigkeiten mit der Achillessehne, da wollte ich mich nicht direkt in den Keller trainieren. Aber jetzt geht es mir richtig gut. Wir sind noch im Aufbautraining, von Sonntag an bin ich noch mal zwei Wochen mit dem Bundestrainer und dem Kader auf Teneriffa, da werden wir dann schon etwas spezifischer trainieren und vor allem die Staffelwechsel üben. Das ist jetzt relativ wichtig, denn in der Saison hat man nicht mehr wirklich viel Zeit dafür. So früh im Jahr können gute Grundlagen geschaffen werden, die dann im Wettkampf sicher abzurufen sind.

In die Saison einsteigen werde ich Ende Mai, bei welchem Wettkampf genau haben wir noch nicht festgelegt. Ziel für das Jahr ist für mich natürlich die Olympiaqualifikation. Um das im Einzel zu schaffen, müsste ich Bestleistung laufen. Für die Staffel müsste man nur unter den schnellsten Vier in Deutschland sein. Was heißt nur, das ist auch schon eine ziemliche Herausforderung.

Gesund und gut einzusteigen in die Saison, das ist wichtig. Dass man Selbstbewusstsein sammeln kann und weiß: Darauf kann ich aufbauen. Ich versuche auch, die Einzelnorm zu laufen, dafür müsste ich meine Bestleistung aber um acht hundertstel Sekunden verbessern. Das ist an der Grenze des Realistischen. Im letzten Jahr habe ich mich um elf Hundertstel verbessert, es kann also durchaus passieren. Aber ob ich mich in diesem Jahr tatsächlich noch mal um eine knappe Zehntel Sekunde verbessere, das weiß man nicht.

Im Moment kann ich nicht sagen, ob das klappen könnte. Ich weiß, dass ich ganz fit bin. Aber wie schnell ich vielleicht sein könnte, kann man immer erst im Laufe der Wettkämpfe absehen. Wenn man dann mal ein Rennen unter guten Bedingungen gemacht hat, wenn die Sonne geschienen hat und vielleicht ein bisschen Rückenwind war. Das Gefühl meines Bestleistungs-Laufs kann ich gar nicht mehr richtig beschreiben, ich weiß nicht mehr alle Details. Sicher ist: Bei mir muss der Start gut sein. Wenn der Start gut ist, ist der Lauf meistens auch schnell. Im Ziel weiß ich, ob das Rennen gut oder schlecht war. Aber ob es richtig gut oder nur gut war, kann ich nicht sagen. Das weiß ich immer erst, wenn ich die Zeit sehe.

Auf das Trainingslager jetzt freue ich mich. Ich bin noch im Aufbau und deshalb etwas platt. Aber auf Teneriffa werde ich ein bisschen weniger machen. Es stehen schnellere Sachen auf dem Programm, ich kann wieder maximale Läufe machen. Damit fängt der Sommer-Einstieg wirklich an.

Aufgezeichnet von Susanne Rohlfing


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