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Leben: Wir warten ein ganzes Leben lang

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Der Mensch wartet fast immer. Foto: dpa
Wir warten auf die Einschulung, das Abitur, das Studium, die erste Anstellung. Mit einem ständigen Idealbild vor Augen werden wir unaufhörlich von der Wirklichkeit enttäuscht und beachten die kleinen Schönheiten in ihr nicht mehr.  Von
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Wir warten unser Leben lang: auf die Einschulung, das Abitur, das Studium, die erste Anstellung. Beruf, Heirat, Kinder, Haus. Wir warten auf den Punkt, an dem alles beginnt, das Abenteuer losgeht, das wirkliche wahre und aufregende Leben anfängt. Doch der Punkt kommt nie.

Wir erreichen Ziele, durchlaufen die verschiedensten Lebensphasen und werden älter, aber wir gucken weiterhin nur auf die Zukunft und vergessen, dass heute der Tag ist, den wir uns gestern noch sehnlich herbeigewünscht haben, denn wir haben schon wieder neue Bestrebungen. Woran liegt das? Wir sind unglaublich auf die Zukunft fixiert und dieses Denken wird von Gesellschaft und Werbung tatkräftig unterstützt. Sie suggerieren und leben uns vor, dass ich, wenn ich erst einmal das neue Auto gekauft, drei Kilo abgenommen oder die Kreuzfahrtreise gebucht habe, ein erfülltes und glückliches Leben führen werde. Dadurch entstehen die extrem hohe Ansprüche. Soll unser Alltag denn schon alles gewesen sein?

Zukunft wird idealisiert

Hoffnungen bauen sich auf. In unserer Vorstellung ist in der Zukunft alles möglich: Man kann im Lotto gewinnen, den Traummann treffen und als Model entdeckt werden. Ereignisse, die uns glücklicher machen würden – zumindest glauben wir das. Wir idealisieren die Zukunft also unbewusst und wollen sie daher möglichst schnell erreichen. Zwar ist es vernünftig und auch notwendig, sich in einem gewissen Maß Gedanken um die Zukunft zu machen, dennoch sollten wir versuchen, realistisch zu bleiben und uns verstärkt auf das Heute zu konzentrieren.

Ich will nicht dazu aufrufen, keine Träume und Ziele mehr zu verfolgen, keinen Ehrgeiz mehr zu entwickeln. Nein, ich möchte nur, dass wir mehr darauf achten, uns keine Scheuklappen anzulegen und dadurch viele schöne Momente und Chancen zu verpassen. Mit einem Idealbild vor Augen werden wir unaufhörlich von der Realität enttäuscht und beachten die kleinen Schönheiten in ihr nicht mehr.

Die Autorin (17) gehört zum „Junge Zeiten“-Team der Redaktion Köln. Die Mitarbeiter gestalten in ihrer Freizeit die Jugendseite des „Kölner Stadt-Anzeiger“, die jeden Donnerstag erscheint.

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