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Papst: Die Helden sitzen nicht im Vatikan

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Papst Benedikt XVI. will zurücktreten. Foto: dpa
Wofür steht die Kirche heute noch? Passen Handlung und Grundsätze noch zusammen? Der angekündigte Rücktritt von Papst Benedikt XVI., der wirklich Mut erforderte, weckt die Hoffnung auf Impulse für das 21. Jahrhundert.  Von
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Schon seit einiger Zeit stelle ich mir die Frage: Wofür steht die Kirche heute eigentlich noch? Passen Handlung und Grundsätze überhaupt noch zusammen? Soll man uralte und verstaubte Regeln einhalten – nur aufgrund von Traditionen? Selbstverständlich tut die Kirche auch viel Gutes, aber kann man dies wirklich den Kardinälen und vor allen Dingen dem Papst zuschreiben? Die eigentliche Last wird doch von denjenigen getragen, die Tag für Tag Kranke pflegen, Senioren ihren Lebensabend aufhellen, für Menschen da sind, für die sonst keiner mehr Zeit hat. Oder all diejenigen, die den hoffnungslosen Kampf gegen Not und Elend in allen Winkeln der Erde immer noch nicht aufgegeben haben, egal wie groß Armut oder Leid ist.

Es kommt mir fast so vor, als würden die obersten Würdenträger effektiv gegen diese Bemühungen arbeiten, und zwar mit einem unglaublichen Maß an Ignoranz oder Weltfremdheit. Im Ernst: Was ist wichtiger? Einhalten irgendwelcher uralter, heutzutage hoffnungslos überholten Überlieferungen – oder den Mut zu haben, Altes umzustoßen und aktiv zu helfen? Meiner Meinung nach tritt die Kirche in vielen Dingen nicht nur seit Jahren und Jahrzehnten auf der Stelle, sondern sie bietet auch vielen schwarzen Schafen einen Deckmantel für den eigenen Vorteil. Und dabei spreche ich nicht nur von den brisanten Missbrauchsfällen, die wochenlang und weltweit für Entsetzen und etliche Kirchenaustritte gesorgt haben.

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Für mich bedeutet der Rücktritt von Papst Benedikt XVI., dass die Hoffnung auf eine bessere und glaubhaftere Kirche noch lange nicht begraben ist: Es ist eine überraschende Geste, die wirklich Mut erfordert und die Platz macht für einen neuen obersten Hirten, der die Kirche mit neuen Impulsen vielleicht endlich ins 21. Jahrhundert befördert.

Der Autor (17) gehört zum „Junge Zeiten“-Team der Redaktion Rhein-Sieg. Die Mitarbeiter gestalten in ihrer Freizeit die Jugendseite des „Kölner Stadt-Anzeiger“, die jeden Donnerstag erscheint.

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