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TV-Duell: Lasst es Raab versuchen

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Der Moderator Stefan Raab.  Foto: dpa
Stefan Raab moderiert das Kanzlerkandidaten-Duell – das wäre sowohl für die Politik als auch für die Zuschauer ein spannendes Experiment. Warum nicht einmal mit Traditionen brechen? Raab ist frech und unkonventionell.
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Er erfand die Wok-WM, fand mit Lena Meyer-Landrut die zweite deutsche Grand-Prix-Siegerin und möchte nun beim Kanzlerduell den beiden Spitzenkandidaten Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) auf den Zahn fühlen. Doch anders als beim Eurovision Songcontest trauen die Deutschen Stefan Raab in Sachen Politik nichts zu. In einer Umfrage sprachen sich 64 Prozent gegen den „TV total“-Moderator aus.

Warum nicht einmal etwas riskieren und mit Traditionen brechen? Raab ist frech und unkonventionell. Mit einem solchen Interviewpartner sehen sich Merkel und Steinbrück selten konfrontiert. Seine Fragen sind weniger berechenbar als die anderer Moderatoren. Das ist ein Vorteil, den Raab gewinnbringend nutzen könnte. Er sollte nicht versuchen, sich dem Fragestil seiner Kolleginnen und Kollegen anzupassen. Er sollte für Überraschungen sorgen. Er sollte die Fragen stellen, die sein Publikum, also junge Menschen, interessieren. Warum nicht vorher ein Online-Voting oder Ähnliches durchführen? An Ideen mangelt es Raab nie.

Dennoch: Kritiker betonen, dass Raab das nötige Hintergrundwissen und die journalistische Ausbildung fehlten, um eine Veranstaltung wie das Kanzlerduell mit zu moderieren. Aber wer sagt, dass Raab sich auf das Duell nicht ausreichend vorbereiten wird? Mich hat er schon oft positiv überrascht, etwa mit seiner Moderation des Eurovision Songcontest – wenn man eine Musikveranstaltung auch vielleicht nicht mit hoher Politik gleichsetzen kann.

Wahlbeteiligung nimmt ab

Die Wahlbeteiligung nimmt stetig ab, Politikverdrossenheit wird viel beklagt. Raabs möglicher Auftritt im Kanzlerduell sorgt jedoch bereits jetzt, über ein halbes Jahr vor der Wahl, für Gesprächsstoff. Das zeigt: Er sollte die Chance bekommen, sich auf dem politischen Parkett zu beweisen. Ich würde das Fernsehduell auf jeden Fall einschalten. Danach wäre immer noch Zeit, ihn für mangelnde Kenntnisse zu kritisieren.

Die Autorin (24) gehört zum „Junge Zeiten“-Team der Redaktion Rhein-Berg. Die Mitarbeiter gestalten in ihrer Freizeit die Jugendseite des „Kölner Stadt-Anzeiger“, die jeden Donnerstag erscheint.

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