26.09.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | Kirche in NRW: Trauung homosexueller Paare im Fokus der rheinischen Synode
10. January 2016
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Kirche in NRW: Trauung homosexueller Paare im Fokus der rheinischen Synode

Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, spricht beim Eröffnungsgottesdienst der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr

Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, spricht beim Eröffnungsgottesdienst der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland in der Martin-Luther-Kirche in Bad Neuenahr

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dpa

Düsseldorf -

Nach jahrelangen Spardebatten konzentriert sich die Evangelische Kirche im Rheinland wieder auf Inhalte. Bei der sechstägigen Synode im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr sollen bis zum kommenden Freitag unter anderem Beschlüsse zur Flüchtlingspolitik und zur Trauung gleichgeschlechtlicher Paare gefasst werden. Das oberste Leitungsgremium der zweitgrößten evangelischen Landeskirche soll darüber entscheiden, ob künftig die Trauung homosexueller Paare mitsamt der Eintragung ins Kirchenbuch ermöglicht wird.

Dazu werden am kommenden Freitag, wenn das Thema auf der Tagesordnung steht, harte Diskussionen erwartet. Aus der Landespolitik bekommt die Kirche Zuspruch für den Vorstoß. „Nicht nur homosexuelle evangelische Christen sehnen sich nach einem vorurteils- und diskriminierungsfreien Umgang ihrer Kirche mit ihrer Lebensform und sexuellen Orientierung“, erklärte die NRW-Gesundheits- und Emanzipationsministerin Barbara Steffens (Grüne). „Eine Kirche, die weltoffen sein und bleiben will, scheut die Anerkennung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt nicht.“

Keine einheitliche Regelung

In der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist die Trauung von schwulen und lesbischen Paaren nicht einheitlich geregelt. Die hessische Kirche ermöglicht sie bereits seit längerem, die Landeskirche Berlin-Brandenburg will die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare in diesem Frühjahr einführen.

Nach einem Auftaktgottesdienst am Sonntag steht an diesem Montag zunächst der Jahresbericht von Präses Manfred Rekowski im Zentrum. Darin dürfte es auch um Flüchtlinge gehen. Schon seit Jahren fordert die rheinische Kirche die Aufnahme von mehr Flüchtlingen. Spannend dürfte werden, ob sich Rekowski auch zu den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln äußern wird.
Etwas ruhiger ist es um die kirchlichen Finanzen geworden, nachdem die Synode in den vergangenen Jahren zwei schmerzhafte Sparpakete beschlossen hatte. Damit sollen im Landeskirchenhaushalt bis 2018 rund 20 Millionen Euro eingespart werden - rund 35 Prozent des Etats.

Zwar stiegen die Kirchensteuereinnahmen auch im abgelaufenen Jahr weiter. Dennoch will die Kirche sparen, da sie in den kommenden Jahren mit großem Mitgliederschwund rechnet. Den derzeitigen finanziellen Spielraum will die Kirche dafür nutzen, um 1,5 Millionen Euro in die Flüchtlingsarbeit zu stecken. (dpa)