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Koalition in NRW: CDU und FDP starten in Kürze mit Verhandlungen

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Christian Lindner (FDP) und Armin Laschet (CDU)

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dpa

Düsseldorf -

Die Wahlsieger sind miteinander befreundet, da kann man auch schon mal aus dem Nähkästchen plaudern. Als Armin Laschet (CDU) und Christian Lindner (FDP) am Freitag vor die Presse traten, um die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen zu verkünden, berichte der Unionsvorsitzende über ihren fürsorglichen Umgang. „Gestern Nacht hat er mir um ein Uhr geschrieben, ich soll jetzt mal schlafen gehen“, berichtete Laschet über eine späte Nachricht des Verhandlungspartners. Er habe geantwortet: „Wir sind in Sorge um das Land.“

Zwischen CDU und FDP geht es derzeit offenbar wieder harmonisch zu, nachdem Lindner der CDU im Wahlkampf vorgehalten hatte, die SPD zu schonen und vor allem die FDP zu attackieren. Die Sondierungsgespräche hätten in einer „freundlichen“ Atmosphäre stattgefunden, berichtete Laschet. Lindner ergänzte, nach einem „sportiven Wahlkampf“ bestehe auf beiden Seiten die Bereitschaft zu fairen Einigungen.

Armin Laschet: „Der Wille zu gestalten ist groß“

Damit nimmt der Machtwechsel in Nordrhein-Westfalen Konturen an. Laschet nannte das geplante Bündnis eine „Nordrhein-Westfalen-Koalition“. Er werde die Interessen des Landes gegenüber der Bundesregierung als Ministerpräsident konsequent vertreten. „Der Wille zu gestalten ist groß und das gegenseitige Vertrauen ist ebenfalls groß“, so der CDU-Vorsitzende. Er glaube nicht, dass die knappe Einstimmen-Mehrheit zu einem Problem werden könne. Angst vor einem „Heide-Mörder“ habe er jedenfalls nicht. 2005 war Heide Simonis, die damalige SPD-Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein, bei der Wahl zur Ministerpräsidentin durchgefallen, weil sie die nötige Mehrheit verfehlte.

Die Koalitionsverhandlungen sollen nun am Dienstag um 12 Uhr beginnen, hieß es. Der Ort sei noch unklar. Neben einer großen Runde sollen zehn Arbeitsgruppen gebildet werden, in denen sich jeweils fünf Politiker von CDU und FDP gegenübersitzen.

Landesvorstände müssen grünes Licht geben

Damit die Koalitionsverhandlungen beginnen können, müssen am Montag die Landesvorstände von CDU und FDP noch offiziell grünes Licht für die Gespräche geben. Schwarz-gelb wolle das Land vor allem in der Bildungspolitik, der Wirtschaftspolitik und in der inneren Sicherheit nach vorne bringen, betonte Laschet.

Nach erfolgreichen Koalitionsverhandlungen will die FDP ihre Mitglieder über das Ergebnis der Vereinbarung entscheiden lassen. Die NRW-CDU überlässt das Votum den Delegierten eines Landesparteitages. (mit dpa)