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Fischerei: Jäger findet Beute auf Silbertablett

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Kormorane leben in Kolonien. Auch im Kreisgebiet ist der Vogel zu Hause. Foto: Horst Stolzenburg
Die Vogelschützer freut die Rückkehr des Kormorans. Doch die Angler würden den Vogel am liebsten zum Abschuss freigeben, führen seine Beutezüge doch zu großen Verlusten in den Fischbeständen.  Von
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Windeck

Die munteren schwarzen Vögel an der Sieg erfreuen Spaziergänger, sorgen aber für Streit zwischen Anglern und Naturschützern: Die Kormorane – flinke Fischjäger, die ihrer Beute unter Wasser nachstellen – haben sich stark vermehrt. Ein ausgewachsenes Exemplar hat einen Nahrungsbedarf von einem Pfund Fisch pro Tag. Dass die Tiere auch im Rhein-Sieg-Kreis heimisch geworden sind und in kleinen Kolonien siedeln, ist für Vogelkundler eine gute Nachricht – für Angler und Teichbesitzer aber das Gegenteil. In den regulierten und naturfern ausgebauten Bächen und Flüssen hat der Kormoran leichtes Spiel, an Beute zu kommen.

Das Problem mit dem Vogel treibt den Verantwortlichen der Siegfischereigenossenschaft den Schweiß auf die Stirn. In der Genossenschaft sind die Fischereipächter – meist Angelvereine – an der Sieg und ihrer Nebengewässer zusammengeschlossen. Seit Ende der 90er Jahre häufen sich die Klagen der Vereine über diesen unerbetenen Besuch. Wie Bernd Schwontzen, stellvertretender Vorsitzender der Genossenschaft, ausführt, genießt der Kormoran Schutz und darf in Nordrhein-Westfalen nicht gejagt werden.

Das war bis zum Jahr 2010 anders, als es im Land eine Kormoranverordnung gab, die unter bestimmten Bedingungen die Vergrämung und die Jagd auf den Vogel zuließ. Diese Verordnung wurde aber unter der Verantwortung der aktuellen Landesregierung nicht verlängert, zum Leidwesen der Fischzüchter und Angler.

Schwontzen hat einen Verdacht, warum sich der Vogel in den vergangenen 20 Jahren so weit ausbreiten konnte und glaubt, dass dies mit der Wiedervereinigung zusammenhängen könnte. Zu DDR-Zeiten habe man den Kormoran in den ostdeutschen Bundesländern – dort hat er seine höchste Bestandsdichte in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg – durch die Jagd reguliert. Im Rhein-Sieg-Kreis gebe es inzwischen eine Brutkolonie am Sieglarer See mit 30 Brutpaaren.

Im Winter verschärfe sich die Situation, wenn bei starkem Frost die stehenden Gewässer (Talsperren und Teiche) zugefroren seien und die Tiere auf die Fließgewässer ausweichen, ergänzt Thomas Heilbronner, Geschäftsführer der Siegfischereigenossenschaft. So habe man schon 80 Kormorane am Siegstau in Windeck-Stromberg gezählt. Dort ist die Lage deshalb prekär, weil das RWE-Kraftwerk mit beträchtlichem Aufwand fischschonend umgebaut worden ist und sich nun aber zeigt, dass die Kormorane begeistert im Einlauf- und Ablaufkanal der Anlage auf Jagd gehen und genau die Fische wegfressen, die man eigentlich schützen wollte. „Für uns ist das eine Katastrophe. Die Angler fangen nichts mehr“, stellt Fritz Schirmacher, Gewässerwart des Angelsportvereins Köln-Nord, resigniert fest. Der Verein ist Pächter der Stromberger Siegstrecke.

Schon Anfang des Jahres 2000 registrierten die Angler eine ständig wachsende Zahl von diesen Vögeln, die sich inzwischen auch im Kreisgebiet Schlafbäume suchen. Regelmäßig werden bis zu 50 Tiere gezählt, zu Spitzenzeiten waren es jedoch auch schon an die 100. Diese Präsenz bleibt nicht ohne Folgen für den Fischbestand in diesem Siegabschnitt. Die Fangzahlen der Angler für einzelne Fischarten sanken deutlich. Für den Angelsportverein existenzbedrohend, weil viele Mitglieder inzwischen das Weite suchten.

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