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Rollstuhlsportlerin Annika Zeyen: „Das ist mein Schicksal“

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Annika Zeyen im Interview mit Tim Kemmerling in der Aula des Bodelschwingh-Gymnasiums Foto: Stephan Propach
Die Rollstuhlbasketballerin Annika Zeyen holte bei den Paralympics in London Gold. Nun war die Henneferin am Bodelschwingh-Gymnasium zu Gast, um in der Aula Fragen von 1Live-Redakteur Tim Kemmerling zu beantworten.  Von
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Sie hat die Goldmedaille im Rollstuhl-Basketball bei den Paralympics im vergangenen Sommer in London gewonnen, ist von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem silbernen Lorbeerblatt, der höchsten Auszeichnung für Sportler, geehrt worden. In kaum zu zählenden Interviews ist sie befragt worden und hie und da im Lande aufgetreten. Am Donnerstag war Annika Zeyen in ihrer alten Schule zu Gast. Aus Bonn hatte sie weitere Rollstuhl-Basketballer ans Bodelschwingh-Gymnasium mitgebracht, die in der Sporthalle zeigten, was sie drauf haben. In der Aula wurde Zeyen von den Jahrgangsstufen 12 und 13 mit kräftigem Applaus begrüßt und dann von 1Live-Redakteur Tim Kemmerling befragt.

Mit "ihrer" Schule verbinde sie viele gute Erinnerungen, sagte die fünfmalige Europameisterin. Die Henneferin war 1995 in Herchen eingeschult worden. Mit 14 Jahren wurde sie bei einem Unfall so schwer verletzt, dass sie querschnittsgelähmt blieb. Das habe auch für die Schule und ihre Bauten Folgen gehabt, erinnern sich Lehrer und ehemalige Schüler. "Das ist mein Schicksal, wer weis, ob ich es sonst so weit gebracht hätte", sagt Annika Zeyen heute. 2004 machte sie in Herchen das Abitur.

Trotz eines vierten Platzes mit den Basketballerinnen bei den Paralympics 2004 und der Silbermedaille vier Jahre später habe sie "niemals an die Goldmedaille gedacht, auch wenn das immer unser Ziel war." Als dann bei der Siegerehrung in London die deutsche Nationalhymne gespielt und die Fahne gehisst wurde, war das schon "ein besonderes Gefühl", berichtete sie.

Anders als die Hockey-Nationalspieler habe ihre Mannschaft dann aber nicht auf der MS-Deutschland gefeiert, sagte sie mit einem Augenzwinkern. Auch bis ins Deutsche Haus hätten sie es spät am Abend nicht mehr geschafft. Aber es sei trotzdem ein schönes Fest gewesen. Seitdem habe sie die Medaille in Deutschland und auch in den USA schon oft zeigen müssen.

Zeyen berichtete vom Treffen mit Basketball-Star Dirk Nowitzki. Wie er sei sie dafür extra aus den USA nach Deutschland geflogen. Froh sei sie über die Anerkennung die der Behindertensport dank Paralympics und Goldmedaille derzeit erfährt, auch wenn er nicht wie in anderen Ländern stärker vom Staat gefördert werde. Das sei in Holland, Kanada und England anders. Dort sei sogar für die olympischen Spiele der "Super Humans" geworben worden. Zurzeit studiert Annika in den USA Werbung und Grafik-Design. Im nächsten Jahr will die Spitzensportlerin ihr Studium abschließen und dann noch ein Jahr anhängen, um den Master draufzusatteln.

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