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Weihnachten : „Es kommt so viel zurück“

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Mathilde Höhlein (l.) schmückt mit ihrer Mitstreiterin Karin Klein den Tannenbaum für das Fest an Heiligabend, das sie seit elf Jahren für einsame und alte Menschen, Asylbewerber und Flüchtlinge in Leuscheid organisiert.  Foto: Stephan Propach
Ehrenamtlich organisiert Mathilde Höhlein seit elf Jahren an Heiligabend im Gemeindehaus von Windeck-Leuscheid eine Weihnachtsfeier für arme, einsame Menschen und Flüchtlinge. Von ihren Gästen, sagt sie, bekommt sie „viel Freude zurück“.  Von
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Windeck

„Das ist keine einseitige Sache, ich bekomme sehr viel zurück. So ist das doch bei allen Ehrenämtern.“ Mathilde Höhlein weiß wovon sie spricht. Seit elf Jahren lädt sie einsame Menschen aus Leuscheid an Heiligabend zu einer Weihnachtsfeier ein.

Wenn die Familien sich nach der Christvesper zur Bescherung unter dem Tannenbaum und zum Festmahl treffen, zieht es die 64-Jährige ins evangelische Gemeindehaus. Dort hat sie auch in diesem Jahr mit Hausmeister Alfred Koch, Karin Klein und ihren drei Enkeln einen Raum feierlich hergerichtet, einen Weihnachtsbaum geschmückt, die Tische dekoriert und in der Mitte einen Tisch mit einer traditionellen Weihnachtspyramide aufgestellt. Ein anonymer Spender hat Tüten mit selbstgesägten Holzfiguren und Plätzchen gestiftet.

Am Wochenende hat Mathilde Höhlein jede Menge Kartoffeln geschält und einen Kartoffelsalat zubereitet. Denn wenn am heutigen Montag um die 20 Gäste an den Tischen Platz nehmen, gibt es traditionell Kartoffelsalat mit Würstchen. Später werden dann, von „Orgels-Erna“ am Klavier begleitet, alte Weihachtslieder gesungen, bei Plätzchen Erinnerungen und Geschichten erzählt. Es wird es fröhlich feierlich. „Dann ist für mich Weihnachten“, schwärmt Mathilde Höhlein.

Nach Windeck ist die gebürtige Norddeutsche 1970 gekommen. Ihre Sprache verrät noch immer ein wenig ihre Herkunft, und von einigen Leuscheidern wird sie sogar mit dem norddeutschen Gruß „Moin“ auf der Straße begrüßt.

Die Idee zum Fest für Einsame, alte Menschen, Asylbewerber und Flüchtlinge habe sie schon seit vielen Jahren gehabt. Damals sei in der Zeitung von der Bahnhofsmission und ähnlichen Feiern berichtet worden. Als ihr Mann starb, setzte Mathilde Höhlein ihre Idee um. „Ich war doch selbst allein und hatte Zeit,“ erzählt sie. Ihre Familie, die sie zunächst immer wieder zum Weihnachtenfeiern einlud, steht inzwischen voll hinter dem Projekt. Die jüngste Tochter macht sogar bei den Vorbereitungen mit. Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag kommt die dreifache Oma dann zu ihren Kindern und deren Familien.

Den Kontakt zu den Menschen in Leuscheid hält Mathilde Höhlein indes nicht nur zur Weihnachtszeit. 40 Jahre hat sie in einer Landarztpraxis gearbeitet und kennt daher fast jeden im Ort. Sie ist Diakonie-Kirchmeisterin, arbeitet im Besuchsdienst der evangelischen Kirchengemeinde und beim Hospizdienst mit, weiß, wo Hilfe nötig ist und organisiert, was gebraucht wird.
Zu ihrem Bekanntenkreis gehört ein großes Netzwerk von Menschen, auf die sie sich verlassen kann.

„Du animierst die Leute und hast einen großen Helferstab“, meint eine ihrer Mitstreiterinnen, Karin Klein und erzählt von Behördengängen mit ausländischen Mitbürgern und anonymen Kleider-, Spielsachen- und Lebensmittelspenden, die ab und an bei Mathilde Höhlein vor der Tür stehen.
Auf ihre zahlreichen Aktivitäten für andere Menschen angesprochen, reagiert Mathilde Höhlein sehr zurückhaltend. Viel Aufhebens darum machen möchte sie nicht. „Der liebe Gott hat mir die Gabe gegeben, auf andere zuzugehen und anzupacken, wo es brennt.“ Es müsse nicht viel gesagt oder geschrieben werden. Schließlich bekomme sie von ihren Gästen doch „so viel Freude zurück“.

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