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St. Pankratius: Acht Stimmen in reinem Klang

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Seit Ostern werden in St. Pankratius wieder die Glocken geläutet. Foto: Christopher Arlinghaus
Seit Ostern sind die restaurierten acht Glocken des Kirchturms St. Pankratius wieder in Betrieb. Mehr als zehn Jahre hörte man kein Glockenläuten mehr. Im Zuge der umfassenden Renovierungsarbeiten wurde das jetzt aber geändert.  Von 
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Als in der Osternacht das Geläut von St. Pankratius die Odenthaler an die Auferstehung Christi erinnerte, erklangen alle acht Glocken wieder in reinem Klang. Auch das zweigestrichene Ais der kleinsten, namenlosen Glocke war wieder zuhören. „Da wir derzeit mehrere Renovierungs- und Reparaturarbeiten an und in der Kirche durchführen lassen müssen, konnten wir nun auch die Glocke wieder instand setzen. Das Erzbistum beteiligt sich mit 70 Prozent an den Kosten“, freut sich Klaus Lehment, der seit 35 Jahren Mitglied des Kirchenvorstands ist.

Mehr als zehn Jahre hatte die Glocke geschwiegen, denn der Riss an einem der Kronenbügel war schon bei einer der alljährlich stattfindenden Überprüfungen im Jahr 2000 aufgefallen. „Es war zu riskant, sie weiter in Betrieb zu lassen“, fügt Lehment hinzu und erinnert an das vergangene Jahr, als sich im Kölner Dom der Klöppel der St.-Peters-Glocke („decke Pitter“) verselbstständigt hatte . „Unsere Glocke ist aber viel kleiner“, betont Johannes Troche, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister und ebenfalls im Kirchenvorstand engagiert. Denn während die größte Kölner Glocke mehrere Tonnen wiegt und allein der inzwischen erneuerte Klöppel rund 700 Kilogramm schwer ist, ist die restaurierte Odenthaler Glocke fast ein Leichtgewicht. Sie ist 100 Kilogramm schwer, aber viel älter als der „decke Pitter“.

Der Naturwissenschaftler Klaus Lehment, der früher bei Bayer arbeitete, hat sich im Lauf der Jahre viel Wissen zur Glockengießerei angeeignet. Er bestreitet, dass die größte Odenthaler Glocke, die Totenglocke, bereits um 1050 entstanden sein soll. Sie gilt als die älteste erhaltene Kirchenglocke des Rheinlands und besitzt zwar die romanische Bienenkorbform, scheint aber nach Meinung von Lehment schon eine Weiterentwicklung der Ursprungsform zu sein.

Seiner Überzeugung nach ist sie eine „Übergangsglocke“ von der Bienenkorb- zur Zuckerhutform: „Wir gehen davon aus, dass die Glocke um 1200 gegossen wurde.“ Monsignore Klaus Andres, der vor vier Jahren gestorbene Kreisdechant und Odenthaler Pastor, hatte vergeblich versucht, die für die Reparatur notwendigen rund 4300 Euro zu sammeln, um die Bügel ersetzen zu lassen. Ihm lagen die Glocken im Kirchturm der romanischen Basilika sehr am Herzen. Der Geistliche hatte auch dafür gesorgt, dass das ursprünglich vierstimmige Geläut im Turm 1981 um vier weitere Glocken ergänzt wurde, um die alten zu schonen. „Seitdem werden alle acht nur noch zu besonderen Anlässen geläutet“, sagt Lehment. Trotzdem wirkte sich die Erweiterung des Geläutes auf das Gebäude aus. „Der alte Eichenholz-Glockenstuhl wurde damals beibehalten, allerdings waren die Schwingungen durch die vier neuen Glocken so stark, dass das Mauerwerk des Kirchturms mit einem Anker stabilisiert werden musste“, erinnert sich Troche.

Neuer Pfarrer für Odenthal

Auch in der Gemeinde gibt es einen Wechsel. Seit Beginn des Jahres lebt ein neuer Bewohner im Odenthaler Pfarrhaus: Pfarrer Serge Ivannikov. Der Pfarrvikar folgt auf Diakon Reimund Scheurer, der für Burscheid zuständig und nun dorthin umgezogen ist. Zuvor hatte in dem 1725 erbauten Pfarrhaus am Odenthaler Ortsausgang Pastor Klaus Anders gelebt. Er war von 1976 bis 2009 Pfarrer in Odenthal. Während seiner Zeit dort hatte das Pfarrsekretariat sein Büro in dem Haus, das mitsamt der Nebengebäude als „Pfarrhof-Ensemble“ unter Denkmalschutz steht. Das Pfarrbüro hatte nach Klaus Anders’ Tod in den ersten Stock des Pfarrheims neben der Kirche umziehen müssen, weil Diakon Scheurer Wert auf Privatsphäre gelegt hatte. Der Standort des Pfarrbüros soll bald wieder geändert werden. Wann genau das Pfarrsekretariat von der Dorfstraße wieder zurück an die Altenberger-Dom-Straße zieht, steht aber noch nicht fest. (dfk)

Seine Theorie zum Alter der Totenglocke würde Klaus Lehment übrigens zu gern überprüfen: „Die Rippendicke, also ein Querschnitt der Dicke der Glocke, könnte uns mehr darüber sagen.“ Er hofft, irgendwann eine Ultraschalluntersuchung an der Totenglocke vornehmen zu können.

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