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Gewerbeansiedlung: Ein schwieriges Gelände

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Auf der rechten Straßenseite könnte das Gewerbegebiet Ginsterfeld entstehen. Die Pläne sind umstritten.  Foto: Roland U. Neumann
Die Gewerbegebiete bestimmen zurzeit die politischen Diskussionen in fast allen Kommunen. Deshalb startet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ eine Serie, in der die Diskussionen um Gewerbegebiete im Blickpunkt stehen.  Von 
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„Neue Gewerbegebiete“: Diese zwei Worte bestimmen zurzeit die politische Diskussion in fast allen Kommunen. Deshalb startet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ eine Serie, in der die Diskussionen um die Gewerbegebiete in den Kommunen vorgestellt werden, die im Blickpunkt stehen.

Meist stehen kaum noch freie Flächen zur Verfügung, die erstens ausgewiesen werden können und zweitens nicht umstritten sind. Gleichzeitig sind die Bürgermeister bemüht, neue Firmen an Land zu ziehen. Diese Rechnung geht besonders dann nicht auf, wenn die Anwohner Wind von den Plänen bekommen und dagegen Sturm laufen. In Overath sind derzeit die typischen Begleiterscheinungen zu sehen, die sich bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete einstellen. Weil die Stadt keine größeren zusammenhängenden Flächen mehr hat, die sie noch ohne großen Aufwand erschließen und anbieten könnte, weicht sie auf schwieriges Gelände aus. An der Kreisstraße 38 zwischen Hammermühle und Kreutzhäuschen ist Platz: für ein Gewerbegebiet Ginsterfeld. Der Bürgermeister sagt, dass er genügend Interessenten habe, um es dreimal zu verkaufen.

Brauchen wir mehr Gewerbegebiete?

Doch es gibt ein paar Nachteile: Die Hanglage macht eine Terrassierung des Geländes notwendig. Und am Berg gegenüber wohnen Menschen, die gerne weiterhin auf einen grünen Hang blicken würden statt auf Gewerbebauten. Die entsprechende Bürgerinitiative bildete sich zwar relativ spät. Aber sie zeigt dennoch Wirkung. Im Stadtrat gehen die Meinungen inzwischen auseinander über Sinn und Unsinn des Gewerbegebietes Ginsterfeld.

Der Beschluss, zumindest den Teil südlich der Kreisstraße zu bauen, steht. Vorerst. Denn demnächst soll über die rund 300 Eingaben, Einsprüche und Bedenken beratschlagt werden. Viele davon sind von betroffenen Bürgern. Aber auch Naturschützer erheben die Stimme.

Der Bergische Naturschutzverein sieht ein „ausgeprägtes Vordringen in die freie unverbaute Landschaft“. Die Böden seien zu fruchtbar, um aus ihnen einen Gewerbestandort zu machen. Die Industrie- und Handelskammer Köln wiederum hält das Ginsterfeld für ein Gelände „von großer Bedeutung und für bestens geeignet, produzierendes Gewerbe aufzunehmen“. Es melden sich Firmenchefs, die ankündigen, mit ihrem Unternehmen aus Overath wegzugehen, wenn sie nicht erweitern könnten.
Rund um den Autobahnanschluss Overath ist in den vergangenen Jahren ziemlich erfolgreich Unternehmenspolitik betrieben worden. Das Gebiet zwischen Overath und Vilkerath boomt. Alteingesessene sagen, die Gegend sei kaum wieder zu erkennen – was nicht immer positiv gemeint ist. Es sind allerdings keine „Kracher“ in Sachen Gewerbesteuer, die sich hier angesiedelt haben. Overath hat 2012 rund acht Millionen Euro an Gewerbesteuer eingenommen. Das ist – umgerechnet auf die Bevölkerungszahl – in etwa Landesdurchschnitt.

Für einige Menschen, die sonst wohl bis Köln fahren müssten, sind neue Arbeitsplätze entstanden. Doch das Ende der Fahnenstange scheint erreicht – siehe Ginsterfeld. „Ich kann doch nicht zulassen, dass die ganze Aggeraue mit Gewerbe zugebaut wird“, sagt Bürgermeister Andreas Heider. Deshalb müsse er nach anderen Flächen suchen, und da biete sich das Ginsterfeld eben an. Als letzte Bastion für neues Gewerbe.

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