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Gewerbegebiet: Gewerbegebiet bleibt umstritten

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Links von der Kreisstraße 38 soll ein neues Gewerbegebiet angelegt werden - doch noch ist es nicht genehmigt. Foto: Roland U. Neumann
Die Industrie- und Handelskammer zu Köln und der Bergische Naturschutzverein haben über das Gewerbegebiet Ginsterfeld beraten - und kommen zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen.  Von 
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Über Sinn und Unsinn des geplanten Gewerbegebietes Ginsterfeld haben sich zwei Gremien Gedanken gemacht, die an der unmittelbaren Entscheidungsfindung nicht beteiligt sind. Die Industrie-und Handelskammer zu Köln und der Bergische Naturschutzverein kommen dabei zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen.

Das Gewerbegebiet an der Kreisstraße 38 sei für die Entwicklung des Standortes Overath "von großer Bedeutung", urteilen Vertreter des IHK-Wirtschaftsgremiums in einer Pressemitteilung. "Ein neues Gewerbegebiet muss immer im gesamtstädtischen Kontext gesehen werden", sagt Unternehmer Bernd Supe-Dienes, der auch für die FDP im Stadtrat sitzt. Im Laufe der Zeit seien immer mehr Betriebe in Overath an ihrem alten Standort an Grenzen gestoßen. Wenn man diese Steuerzahler in der Stadt halten wolle, müsse man ihnen ein Angebot machen. Sein Gremiums-Kollege Reinhold Ziewers, Geschäftsführer der Firma ASS, hat gerade diese Erfahrung gemacht. Ziewers: "Ohne den Neubau im Gewerbegebiet Klef hätten wir für uns am Standort Overath keine Zukunft mehr gesehen."

Auch IHK-Zweigstellenleiterin Eva Babbatz hält den Standort Ginsterfeld "für bestens geeignet, um produzierendes Gewerbe aufzunehmen, das auf Zulieferung angewiesen ist." Overath schärfe damit sein Profil "als Stadt mit wirtschaftlicher Zukunftsentwicklung". Babbatz: "Viele Menschen vergessen, dass Wirtschaft die Voraussetzung für Wohlstand und für ein Angebot an Ausbildungsplätzen ist."

Der Bergische Naturschutzverein (RBN) lehnt hingegen die Erschließung westlich und östlich der Kreisstraße nach Kreutzhäuschen ab. Die Stadt plane hier "ein ausgeprägtes Vordringen in die freie unverbaute Landschaft". Bei den Grundstücken handele es sich um die besten und ertragreichsten Böden des Bergischen Landes, die auch in Zukunft gut zu bewirtschaften seien. Ein Ausgleich für diese Flächen sei in unmittelbarer Nähe nicht zu finden.

Das Ziel, das Bergische Land über die Nah- und Wochenenderholung hinaus auch für mehrtägige Aufenthalte attraktiv zu machen, lasse sich "mit den gewerblichen Expansionsbestrebungen der Stadt Overath nicht vereinbaren". Schon das Aggertal zwischen Overath und Klef sei auf beiden Seiten der B 55 mit Gewerbeansiedlungen bestückt worden.

Nun solle auch der von landschaftlicher Weite geprägte Teil nördlich der Autobahn in Betracht gezogen werden. Damit sei aus Sicht des ehrenamtlichen Naturschutzes eine Grenze überschritten, sagt RBN-Vorsitzender Mark vom Hofe. Er wirft der Stadt vor, bei der Aufstellung des Landschaftsplanes ihre Absichten nicht bekanntgegeben zu haben.

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