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Kreisverkehr: Bürger zeigen sich empört

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Seit Monaten ein kahler Platz: der Kreisel in Overath.  Foto: Christopher Arlinghaus
Eigentlich wollte die Kommunalpolitik die Bürger in die Gestaltung des Kreisverkehrs einbinden. Zwei Dutzend Ideen hatten die Bürger eingereicht. Doch auf Beschluss des Bauausschusses soll nun keiner der Bürgervorschläge umgesetzt werden.  Von
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Der Kreisverkehr in Overath ist – im übertragenen Sinne – keine runde Sache mehr. Seit dem Beschluss des Bauausschusses, keinen der rund zwei Dutzend Bürgervorschläge zur Bebauung des Kreisels umsetzen zu wollen, schlagen die Wellen der Empörung hoch. Nicht nur die Urheber der Bürgerideen schütteln den Kopf. Auch Außenstehende beklagen einen Mangel an Sensibilität der politischen Parteien. Die allgemein gelobte Präsentation der Gestaltungsvorschläge vom Februar erscheint den beteiligten Bürgern im Nachhinein als vertane Zeit.

„Der Bürger fühlt sich veräppelt und bleibt verdrossen zu Hause“, sagt zum Beispiel Helmut Amelung, der sich sehr um die Geschicke in Overath kümmert. Es sei eine gute Chance zu mehr Bürgerbeteiligung vertan worden. Eberhardt Dommer vom Heimat- und Bürgerverein vermutet, „dass sich die Politik nicht durch die Bürger belästigen lassen will“. Damit trete man das eigene Leitbild „mit Füßen“. Denn dort wird festgeschrieben, dass „die kommunalpolitische Arbeit Teil des gesellschaftlichen Miteinanders ist“ und die Bürger aktiv zu beteiligen sind.

Mosaik des Stadtwappens

Für die Bebauung des neuen Kreisverkehrs mitten in Overath waren Anfang des Jahres auf Wunsch der Politik zahlreiche Vorschläge aus der Bürgerschaft vorgelegt worden. Obwohl in einem Wettbewerb zwei Sieger gekürt wurden, ließ der Stadtrat von Anfang an keinen Zweifel daran, dass er sich die letzte Entscheidung vorbehalte. Diese wurde zwischenzeitlich an den Bauausschuss delegiert, der in der vergangenen Woche einstimmig zum Entschluss kam, keinen der Vorschläge übernehmen zu wollen. Wie zu erfahren war, hatten sich Vertreter der Fraktionen bereits vor der Sitzung in einem Gespräch auf dieses Vorgehen geeinigt. „Ohne den Beschluss werten zu wollen: Das war das gute Recht der Kommunalpolitik“, sagt Bürgermeister Andreas Heider, der an der Beschlussfassung nicht beteiligt war: „Den Ideengebern war von Anfang an klar, dass die Politik entscheidet.“

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Und doch ist der Unmut groß. Besonders im Heimat- und Bürgerverein, der den Gestaltungswettbewerb organisiert hatte, fühlt man sich genarrt: „Hier werden guter Wille, geleistete Arbeit, Spendenbereitschaft und Bereitschaft zum Ehrenamt vergeudet und der Politikverdrossenheit Vorschub geleistet“, sagt Eberhardt Dommer. Die Ideengeber aus der Bürgerschaft würden „verhöhnt“. Jetzt ist es der Stadtverwaltung vorbehalten, sich Gedanken über die Gestaltung des Kreisverkehrs zu machen. Der Bauausschuss gab ihr einige Leitlinien mit auf den Weg: Das Rondell soll terrassenförmig angelegt und mit leicht gewölbten Grünflächen versehen werden. Ein Mosaik des Stadtwappens wird gefordert, und bepflanzt werden soll es auch. Eine Illuminierung des Kreisverkehrs habe er nicht gefordert, stellt BFO-Sprecher Norbert Hein klar. „Da jetzt keine Pflanzzeit ist, wird es wohl September werden“, sagt Bürgermeister Andreas Heider. Man habe eine Zusage der Kulturstiftung des Kreissparkasse erhalten, die sich großzügig an der Finanzierung beteiligen wolle.

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