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Tablet-Computer: Abschied vom Papier

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Foto: Roland U. Neumann
Die Overather Ratsmitglieder wollen ab 2014 mit Tablet-Computern Geld sparen. Ab dem Jahreswechsel sollen keine gedruckten Sitzungsunterlagen mehr verschickt werden.  Von
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Sitzungsunterlagen nicht mehr auf Papier zu drucken, sondern online zur Verfügung zu stellen, setzt sich auch in Rhein-Berg zunehmend durch. Allerdings geht bislang dabei niemand so weit wie die Stadt Overath: Dort sollen zum Sparen Tablet-Computer eingesetzt werden, und zwar ab dem 1. Januar 2014. Im Dezember 2012 hatte die CDU-Fraktion einen Antrag zur Anschaffung von Tablet-PCs für den Stadtrat und Teile der Stadtverwaltung gestellt. Dem Antrag zur Einführung der Computer wurde im Rat der Stadt mehrheitlich zugestimmt, die Anschaffung von Computern beschlossen. So werden ab dem Jahreswechsel 2013/2014 keine gedruckten Sitzungsunterlagen mehr verschickt. Diese stehen den Rat- und

Ausschussmitgliedern ausschließlich in digitaler Form zur Verfügung. 138 000 Euro könnten durch die Nutzung digitaler Technik in einer Wahlperiode eingesparrt werden, errechnete die Verwaltung der Kommune.

„Es ist angedacht, Windows-8-Tablets anzuschaffen“, sagte Alexander Willms, Pressesprecher der CDU Overath. Rund 450 Euro sollen die Tablets pro Stück kosten. 57 Computer müssten wohl angeschafft werden – eine Anschubinvestition von rund 25 000 Euro. Willms: „44 Tablet-PCs für Ratsmitglieder und 13 Systeme für leitende Mitarbeiter der Stadtverwaltung sind bis jetzt vorgesehen.“ Die Anzahl der Geräte sowie der Typ der Tablets kann sich laut Willms noch bis zur endgültigen Bestellung in den nächsten Monaten ändern.

Hat die papierlose Arbeit in Ratssitzungen oder auch im Büro Zukunft?

Ganz kostenfrei wird die Benutzung der elektronischen Kommunikationsmittel für die Ratsmitglieder wohl nicht werden. Aktuell denken die Planer über einen Kostenzuschuss der Nutzer von zehn Euro pro Monat und Gerät nach. Noch nicht entschieden ist die Art und Weise, wie die Ratsmitglieder die Sitzungsunterlagen aus dem Internet abrufen können. Zwei Varianten stehen zur Auswahl: entweder über das UMTS-Netz mit Telefonkarten für den Mobilfunk oder per W-Lan. Per UMTS könnte von überall mobil auf die Unterlagen zugegriffen werden – das kostet natürlich. Für die andere Lösung müsste den Ratsmitglieder die Möglichkeit gegeben werden, sich via eines W-Lan-Zugangs in das Internet einzuloggen. Aus Kostengründen bevorzugen die Macher in der Stadtverwaltung aktuell den Zugang über W-Lan.

Auch im Kreis hat man sich Gedanken gemacht, wie die neuen technischen Möglichkeiten zukünftig genutzt werden können. „Wir haben im Dezember einen internen Bereich in unserem System eingerichtet, wo die Kreistagsmitglieder alle Sitzungsunterlagen online abrufen können“, erklärt Kreispressesprecherin Birgit Bär. Zudem können die Politiker in den Sitzungsräumen die Vorlagen über eine W-Lan-Verbindung abrufen. Vorerst aber nur mit eigenen Geräten. „Wir wollen im ersten Schritt gucken, wie groß die Akzeptanz ist“, so Bär. „Wir setzen im Moment mehr auf Mehrwert des mobilen Zugriff als auf Einsparung.“ Druck und Porto der Sitzungsunterlagen kosten den Kreis pro Jahr rund 7500 Euro. In Kürten können die Politiker die Sitzungsunterlagen schon seit 2010 online über das Ratsinformationssystem abrufen. Hintergedanke war, auf diese Weise weniger Vorlagen drucken zu müssen und Kosten zu sparen. Für die Pressevertreter war diese Onlinenutzung verpflichtend, die Politik bevorzugt weiterhin die gedruckte Papierform: Von den Politikern verzichten bisher nur drei der 34 Ratsmitglieder und ein sachkundiger Bürger auf die Sitzungsunterlagen aus Papier.

Branchenexperten weisen allerdings daraufhin, dass in der Praxis Unterlagen, mit denen gearbeitet wird, auf denen man Notizen hinterlassen will, letztendlich doch gedruckt werden. Ein Effekt, der in jedem Büro zu beobachten sei. Viele Dokumente würden online verschickt, aber dann ausgedruckt. So gesehen sparen die Kommunen tatsächlich Druckkosten – allerdings nur für die Stadtkasse, die Ratspolitiker werden mehr Tintenpatronen kaufen müssen.

Und: Noch wird Papier genutzt, etwa in Bergisch Gladbach. Auch dort können die Politiker über das Ratsinformationssystem die Sitzungsunterlagen online abrufen. „Dafür können natürlich auch Tablet-PCs als Medienträger genutzt werden“, sagt Pressesprecher Martin Rölen. Doch bisher sei Papier die gängige Form. Rölen: „Wir sind eine Papiermacherstadt, deshalb werden wir uns mit Sicherheit nicht vom Papier verabschieden.“

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