26.09.2016
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Verwarngeld: Polizei entschuldigt sich bei einarmigem Radfahrer

Bogdan Ionescu hat sein Rad behindertengerecht umgebaut.

Bogdan Ionescu hat sein Rad behindertengerecht umgebaut.

Foto:

Arton Kransniqi

Köln -

Die Posse ist beendet, Bogdan Ionescu bekommt sein Geld zurück – und zwar den vollen Betrag von 25 Euro. Den hatte ein Polizist dem körperbehinderten Kölner Ende März als Verwarngeld aufgebrummt, weil sein Fahrrad keine rechte Handbremse hat. Ionescu hat allerdings auch keinen rechten Arm und sein Rad stattdessen vorschriftsgemäß umgebaut. Wie die Polizei jetzt bestätigte, war sein Rad vollkommen verkehrssicher.

Nach der Berichterstattung des „Kölner Stadt-Anzeiger“ reagierte die Behörde am Montag zügig. „Die Polizei Köln entschuldigt sich vielmals bei Herrn Ionescu für alle Unannehmlichkeiten“, sagte Pressesprecher Carsten Möllers. Das wolle Polizeipräsident Wolfgang Albers Bogdan Ionescu in Kürze auch in einem persönlichen Gespräch mitteilen. Möllers: „Es handelt sich um einen Fehler unserer Behörde.“

„Unüblich und unzulässig“

Vom Tisch ist auch der nachträglich erhobene Vorwurf, Ionescu habe angeblich kein Licht am Fahrrad gehabt. Ein Abteilungsleiter aus der Polizeidirektion Verkehr hatte Inoescu noch vorige Woche in einem Telefonat angeboten, das Verwarngeld wegen der fehlenden Bremse fallen zu lassen und ihm fünf Euro zurück zu erstatten; denn auf den 20 Euro Strafe für die angeblich mangelhafte Beleuchtung müsse man bestehen. Ionescu dagegen beteuert, er habe seit jeher einen integrierten Dynamo und zwei funktionierende Lampen. Der Polizist hätte das bei der Kontrolle im März im übrigen auch gar nicht beanstandet.

„Verwarngelder miteinander zu verrechnen, ist in unserer Behörde unüblich und unzulässig“, betonte Sprecher Möllers. „Wir können nur hoffen, dass so etwas nicht wieder vorkommt.“

Bogdan Ionescu ist erleichtert, die Entschuldigung nimmt er gerne an. „Das sind tolle Nachrichten, ich bin sehr erfreut.“ Die Angelegenheit habe ihm seit Wochen schwer im Magen gelegen. Er sei frustriert gewesen und habe sich diskriminiert gefühlt„Dass das jetzt alles so endet, finde ich unglaublich gut“, sagt er.

Anfragen aus ganz Deutschland

Am Montag war er vorwiegend damit beschäftigt, Medienanfragen zu beantworten. Fernsehsender, Zeitungen und Radioreporter aus ganz Deutschland hatten sich bei ihm gemeldet, um über den einmaligen Vorgang zu berichten. Selbst Freunde aus den Niederlanden riefen an, weil zwei holländische Zeitungen den Bericht aus dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ aufgegriffen hatten.

Und auch in der Kölner Oper schlug sein Fall hohe Wellen: Ionescu arbeitet für die Bühnen der Stadt Köln, bei den Vorführungen von „L’elisir d’amore“ am Wochenende kontrollierte er die Eintrittskarten und verkaufte Programmhefte. „Immer wieder haben mich Gäste angesprochen. Sie sagten, sie würden mein Gesicht aus der Zeitung kennen und haben mir Mut gemacht, das war Wahnsinn“, erzählt er.

Jetzt muss er der Polizei nur noch seine Kontonummer für die Rückbuchung angeben.