24.08.2016
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„Quincy“-Darsteller gestorben: Der berühmteste Pathologe der Welt

Jack Klugman bei einer Preisverleihung im Jahr 2008.

Jack Klugman bei einer Preisverleihung im Jahr 2008.

Foto:

REUTERS

Los Angeles -

Der US-Schauspieler Jack Klugman ist tot. Wie sein Anwalt Larry Larson am Montag mitteilte, starb der Star der TV-Serie „Quincy“ im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in Northridge in Los Angeles. Er sei friedlich an der Seite seiner zweiten Frau Peggy Crosby eingeschlafen.

Klugman ist vor allem für die Rolle des mit detektivischem Spürsinn ausgestatteten Gerichtsmediziners Quincy aus der gleichnamigen Krimiserie bekannt. Zwischen 1976 und 1983 löste er als Gerichtsmediziner unzählige Fälle - eine willkommene Abwechslung zum schlampigen Oscar , den er zwischen 1970 und 1975 in der „Männerwirtschaft“ (einer TV-Adaption von Neil Simons Theater-Hit "The Odd Couple") verkörperte. Diese Rolle brachte ihm zwei Emmys ein.

Als Oscar Madison war er der schlampige, faule Sportreporter der am liebsten zu Hause rumgammelt. Fünf Jahre lang fetzte er sich in „Männerwirtschaft“ mit seinem Kollegen Tony Randall, der den pingeligen Felix spielte. Doch mit dem antriebslosen Oscar hatte Klugman nicht viel gemein. Eher glich er seinem Krimihelden „Quincy“, dem unermüdlichen Gerichtsmediziner, der einen Fall nach dem anderen löste. Am Anfang sei ihm richtig schlecht geworden, erinnert sich Klugman an seine ersten Versuche als Gerichtsmediziner. Um seine Rolle als gut zu machen, schaute er richtigen Pathologen bei der Arbeit zu. Viele Fans schickten ihm Briefe und dankten Klugman, dass sie durch die Serie ihr Interesse für Medizin entdeckt hätten, erzählte er einmal.

Von Ruhestand wollte Klugman lange nichts hören. Selbst mit 80 hatte er noch einen vollen Terminkalender: Gastauftritte bei Fernsehshows, Ansprachen in Washington bei einem Wohltätigkeitsfest, eine Theaterrolle in Minnesota, ein Bühnenauftritt in Kansas City. Damals immer mit dabei: Freundin und Schauspielerin Peggy Crosby. 2008 heiratete er sie - mit 85.

Klugmans Karriere als Schauspieler spannte sich über einen Zeitraum von mehr als 60 Jahren. In seiner Anfangszeit als aufstrebender Schauspieler in New York verdiente er so wenig, dass er mit Blutspenden seine Einnahmen aufgebessert haben soll. Doch war sein Debüt als un- oder unterbezahlter Darsteller in Kleinstproduktionen rasch vergessen. Später spielte er außer in Fernsehserien in zahlreichen nahmhaften Filmen mit, darunter in dem Justizdrama „Die zwölf Geschworenen“ mit Henry Fonda, in „Die Tages des Weines und der Rosen“ mit Jack Lemmon und in „Bretter, die die Welt bedeuten“ mit Judy Garland. (afp, dpa)