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„Stunde der Wintervögel“: Nabu lässt Vögel zählen

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Rotkehlchen Foto: Otto Reinhard
Es schlägt die „Stunde der Wintervögel“.  Wer Lust hat, setzt sich auf dem Balkon oder im Park auf die Lauer und zählt, wie viele Kohlmeisen, Sperlinge oder Buntspechte vorbeischauen. Das Engagement der Bürger soll einen Beitrag zum Tierschutz leisten.  Von
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Auch im Winter muss man Tauben und Krähen gerade in Städten nicht lange suchen, und aufmerksamen Beobachtern fällt schon mal eine Elster auf. Doch es gibt noch viel mehr Vogelarten zu sehen, die die kalte Jahreszeit in der Region verbringen. Dafür reicht oft ein Blick in den eigenen Garten oder Hinterhof.

Kohlmeise
Kohlmeise
Foto: Hans Pollin

Wie viele Vögel unterschiedlicher Spezies sich in Deutschland tummeln und wo genau, das will der Nabu mit seiner „Stunde der Wintervögel“ ermitteln. Zum vierten Mal ruft der Naturschutz-Bund alle Bundesbürger auf, sich genau 60 Minuten Zeit zu nehmen und Vögel zu zählen, die sie beispielsweise auf dem eigenen Grundstück, im Park oder im Schrebergarten erspähen. So funktioniert es: Man sucht sich einen Platz mit einer guten Sicht. Dann notiert man bis zum 14. Januar auf einem Formular, telefonisch oder online die höchste Anzahl der Vögel, die gleichzeitig vorbei geflogen oder auch gelandet sind – jede Art einzeln.    

Riesige Datenmengen   

58.000 Interessierte haben im vergangenen Jahr bereits mitgemacht und dabei 1,6 Millionen Vögel gezählt. Für die Naturschützer haben die Freiwilligen dabei große Datenmengen zusammengetragen – so ähnlich wie eine Volkszählung. Die Verantwortlichen der Initiative erfahren so, wo genau bestimmte Spezies vorkommen, wo sie häufig und wo sie selten geworden sind und sogar wie sich der Klimawandel auf den Bestand auswirkt. „Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser können wir uns für den Schutz der Vögel einsetzen", betont Günter Lessenich vom Nabu Kreisverband Euskirchen.

Die Zahlen aus dem gesamten Bundesgebiet ergeben ein umfassendes Federtier-Mosaik. Daraus erkennen die Vogelforscher beispielsweise, ob der Bestand einer Art zurückgegangen ist. Das war zuletzt bei der Amsel der Fall. Das Usutu-Virus hatte sich innerhalb der Art ausgebreitet und seit 2011 den Tod von etwa 300.000 Tieren verursacht.

In der Bürgerzählung sehen die Naturschützer auch ziemlich präzise, wenn ein Vogel sich ausgebreitet hat, sagt Bernd Jellinghaus, Nabu-Vogelkundler aus Ennepetal.  „Der Star war bei uns früher im Winter kaum zu sehen“. Heutzutage bleibe der Singvogel wegen der tendenziell wärmeren Winter in der Heimat, statt in den Süden zu fliegen.

Bewusstsein für die Umwelt schaffen

Die Mithilfe der Bürger ist wertvoll, da die Vogelforschung in besiedelten Gegenden sehr aufwendig ist. Dafür umso wichtiger: „In Deutschland leben zehnmal mehr Vögel rund um Haus und Hof als in artenreichen Waldgebieten“, sagt der Kölner Tierkundler Manfred Hebborn. Im Vergleich dazu sind die Wälder sehr gut erforscht. Die Nabu-Aktion begrüßt er nicht nur wegen der wissenschaftlichen Erkenntnisse. „Eine tolle Aktion“, sagt Hebborn. Weil sie nämlich dazu beiträgt, dass sich die Menschen in der Stadt stärker für ihre Umwelt interessieren.  

Häufigster Vogel in Nordrhein-Westfalen war im vergangenen Jahr der Haussperling, der besser unter dem Namen Spatz bekannt ist. In diesem Jahr liegt nach dem ersten Zähltag die Kohlmeise vorn, die von mehr als 96 Prozent der Beobachter gesichtet wurde.

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