29.08.2016
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Kölner Stadt-Anzeiger | „Analyseprojekt Casablanca“ : Polizei ermittelt gegen 2200 Verdächtige in Düsseldorfer Trickdieb-Szene
08. January 2016
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„Analyseprojekt Casablanca“ : Polizei ermittelt gegen 2200 Verdächtige in Düsseldorfer Trickdieb-Szene

Ein Polizist überprüft die Personalien einens jungen Mannes.

Ein Polizist überprüft die Personalien einens jungen Mannes.

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Düsseldorf/Bonn -

Die sexuellen Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht in Köln sind kein Einzelfall. Auch in Düsseldorf liegen mittlerweile 15 Anzeigen vor, sagte eine Polizeisprecherin. Vier seien in der Silvesternacht eingegangen, die weiteren Opfer hätten sich nach den Ereignissen von Köln an die Polizei gewandt.

Die Übergriffe, von denen einige mit Diebstählen verbunden waren, hätten sich überwiegend in der Altstadt ereignet. Die Täter stammten nach Beschreibungen der Opfer aus dem nordafrikanisch-arabischen Raum. Große Probleme mit Straftätern aus Nordafrika hat die Düsseldorfer Polizei schon seit langem.

Polizei ermittelt gegen 2200 Verdächtige

Im Sommer 2014 hat sie deshalb das „Analyseprojekt Casablanca“ aufgesetzt. „Es handelt sich um rund 2200 Männer, die überwiegend aus Marokko stammen und denen wir rund 4400 Straftaten zur Last legen“, sagt Polizeisprecher Markus Niesczery und bestätigt damit einen internen Ermittlungsbericht. Bei den Delikten handele es sich vor allem Trickdiebstähle, Raub und Straßenkriminalität. Auch sexuelle Übergriffe seien angezeigt worden, „allerdings in einer niedrigen zweistelligen Zahl“. Inzwischen wird erwogen, ob man nach den Analyse-Ergebnissen nicht eine Sonderkommission einrichten muss, die sich ausschließlich mit der organisierten Kriminalität rund um das so genannte Maghreb-Viertel befassen wird.

Schwerpunktgruppe im Düsseldorfer Hbf

Am Düsseldorfer Hauptbahnhof hat die Bundespolizei bereits eine eigene Schwerpunktgruppe, die sich ausschließlich mit Gepäck-Diebstählen, befasst, die von organisierten Banden aus Nordafrika begangen werden. „Wenn wir das noch hinzurechnen, steigt die Zahl der Straftaten noch einmal um rund 400.“ Ob es bei den Straftaten am Hauptbahnhof in Einzelfällen auch zu sexuellen Belästigungen gekommen ist, steht nicht fest, ist aber nicht auszuschließen.

Auch bei den Düsseldorfer Vorkommnissen werde „mehr als deutlich“, wohin der seit Jahren laufende Abbau von Polizeikräften führe, betont Sebastian Fiedler vom „Bund Deutscher Kriminalisten“ (BdK) in Nordrhein-Westfalen. Die kriminelle Subkultur habe sich im „Maghreb-Viertel über einen langen Zeitraum in einem hohen Ausmaß“ ausgebreitet. „Dass dies möglich war, dass auch mehrfach straffällig gewordene Täter seit Jahren nicht ausgewiesen wurden – das sind strukturelle Probleme, die vor allem mit mangelnden Ressourcen zu tun haben.“ In Analysen halte die Polizei fest, was vor Ort passiert. „Wie jetzt in Düsseldorf wissen wir genau, was da abgeht, haben aber kein Personal dafür, intensiv dagegen vorzugehen“, so Fiedler. Mehrere Länder – wie auch Marokko – weigerten sich zudem, aus Deutschland Abgeschobene wieder aufzunehmen.

Vorfall auf Party mit Flüchtlingen in Bonn

Die Bonner Polizei ermittelt seit Mittwoch in einem Vorfall, der sich bereits im November bei einer Party mit Flüchtlingen und Helfern auf dem Eventschiff „Township“ zugetragen haben soll. Der Flüchtlingshilfeverein „Refugees Welcome“ hat dazu folgende Stellungnahme verfasst: „Auf der Party wurden unserer Beobachtung nach diverse Frauen von Männern belästigt, ungewollt angefasst oder unangebracht angegangen. Dafür möchten wir uns als Mit-Veranstalter in aller Form entschuldigen. Wir haben bereits auf der Party versucht, die Täter zu identifizieren und der Party zu verweisen; zudem haben wir Ansagen gemacht und darum gebeten, dieses Verhalten sofort zu unterlassen. Leider waren wir damit nicht erfolgreich. Das tut uns sehr leid.“ Man habe erst nach den Ereignissen von Köln und durch die Anfrage von Journalisten von den Übergriffen erfahren – und prüfe jetzt, ob es zu strafrechtlich relevanten Übergriffen gekommen sei.

Eine Gruppe junger Männer soll an Silvester in Weil am Rhein zwei Minderjährige missbraucht haben. Die beiden Mädchen, 14 und 15 Jahre alt, sollen mehrfach vergewaltigt worden sein. Vier Verdächtige sitzen in U-Haft. Es soll sich um Männer aus Syrien handeln – im Alter zwischen 16 und 20.


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