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Brandkatastrophe: Polizei nimmt Diskobesitzer fest

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Brasilien: Verwandte und Freunde trauern um die Toten. Foto: dpa
Nach dem verheerenden Disko-Brand in Santa Maria mit 233 Toten hat die Polizei einen der Besitzer sowie zwei Mitglieder der aufgetretenen Rockband festgenommen. Brasiliens Präsidentin Rousseff ordnete eine dreitägige Staatstrauer an.
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Porto Alegre

Nach dem verheerenden Disko-Brand im brasilianischen Santa Maria hat die Polizei einen der Besitzer sowie zwei Mitglieder der aufgetretenen Rockband festgenommen. Die drei seien für höchstens fünf Tage in Gewahrsam genommen worden, teilte die ermittelnde Beamtin Michele Vimmermann am Montag mit. Neben dem Besitzer Elissandro Sphor seien der Sänger der Gruppe „Gurizada Fandangueira“ sowie ein weiterer Mitarbeiter festgenommen worden, der für die Sicherheit der Band zuständig sei.
Das Feuer war in der Nacht zum Sonntag während einer Studentenparty in dem Club „Kiss“ ausgebrochen, ausgelöst wurde es nach Angaben von Augenzeugen durch die Pyrotechnik-Show der Rockband. Der Brand breitete sich über die Dämmung der Decke rasend schnell aus. Unter den Zuschauern brach eine Massenpanik aus, die meisten Opfer erstickten in der Menge oder wurden zu Tode getrampelt. Insgesamt 233 der meist jungen Gäste wurden getötet und 116 weitere verletzt. 80 Schwerverletzte wurden am Montag weiter in den Krankenhäusern behandelt.

Ersten Berichten zufolge war die Betriebslizenz der Feuerwehr für die Diskothek im August ausgelaufen. Die Notausgänge sollen versperrt gewesen sein - die Aufpasser sollen die Situation zunächst unterschätzt und alle Ausgänge blockiert haben, um zu verhindern, dass die Gäste ohne zu zahlen die Disko verlassen. Vor der Tür dann behinderten Metallstangen für die Warteschlangen die Evakuierung.

Die Opfer wurden am Montag beigesetzt. Präsidentin Dilma Rousseff brach eine Auslandsreise ab und ordnete drei Tage Staatstrauer an. Es sei für alle eine Tragödie, sagte sie.

Auch die vom Weltfußballverband Fifa und der brasilianischen Regierung für Montag geplanten Feierlichkeiten 500 Tage vor dem Start der WM-Endrunde 2014 wurden kurzfristig abgesagt. „Das ist nicht der richtige Moment für ein Fest“, erklärte Sportminister Aldo Rebelo.

„Ich bin selber Vater und kann mir vorstellen, was die Eltern der Opfer jetzt durchmachen“, bekannte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke, der am Sonntag mit dem Besuch des Castelao-Stadions in Fortaleza die nächste Stippvisite im kommenden WM-Gastgeberland einleitete. Auch die Vorstellung des offiziellen WM-Posters wurde vertagt, sodass für Montag nur der Besuch des WM-Stadions in Brasilia auf dem Programm stand.

Während im betroffenen Bundesland Rio Grande do Sul alle Spiele am Sonntag abgesagt worden waren, trugen im übrigen Land die meisten Klubs bei ihren Partien Trauerflor. Im Castelao, das im Dezember als erstes der zwölf WM-Stadien fertiggestellt worden war, rollte am Sonntag erstmals nach einem Jahr und zehn Monaten Umbau der Ball.

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