29.09.2016
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Drei Satelliten verloren: Russische Rakete abgestürzt

Rakete

Eine unbemannte russische Trägerrakete mit drei Navigations-Satelliten an Bord ist kurz nach dem Start auf dem kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur abgestürzt.

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AFP

Almati -

Eine unbemannte russische Trägerrakete mit drei Navigations-Satelliten an Bord ist am Dienstag kurz nach dem Start auf dem kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur abgestürzt. Der staatliche Fernsehsender Rossija 24 strahlte Bilder des Unglücks aus, auf denen zu sehen war, wie die Proton-M-Rakete kurz nach dem Abheben vom Kurs abkommt, sich um die eigene Achse dreht und zerbricht. Verletzte gab es bei dem Unfall den Angaben zufolge nicht. An der Absturzstelle seien 170 Tonnen des hochgiftigen Raketen-Treibstoffs Heptyl in Brand geraten, berichtete die Agentur Interfax unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die kasachischen Behörden erwägten daher, in der Nähe liegende Städte in dem allerdings nur wenig besiedelten Gebiet wegen der drohenden Gesundheitsgefährdung zu evakuieren.

Die Regierung in Kasachstan werde im Laufe des Tages eine Krisensitzung einberufen, kündigte ein Regierungssprecher an. Der Grund für den Absturz könnte ein Problem mit dem Antrieb oder dem Steuersystem gewesen sein, berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA. Medienberichten zufolge kostet Russland der Verlust der drei Satelliten rund 200 Millionen Dollar. Russland will bis zum Jahr 2020 umgerechnet 9,1 Milliarden Dollar in das Satelliten-Navigationssystem Glonass, der russischen Antwort auf das amerikanische GPS-System, stecken. Das System erlitt bereits mehrere Rückschläge. 2010 gingen ebenfalls drei Satelliten verloren. 2012 wurde der Chef-Entwickler wegen Betrugsermittlungen entlassen. (rtr)