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Flugzeugabsturz in San Francisco: Pilot war noch im Training

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Die Piloten der Unglücksmaschine sollen noch kurz vor dem Aufprall versucht haben, die Landung abzubrechen. Foto: AP/dpa
Die Ursachensuche für den Absturz einer Boeing in San Francisco dauert an. Wie die Ermittler mitteilten, habe die Geschwindigkeit der Maschine unter dem Richtwert gelegen. Außerdem habe sich der Pilot für den Flugzeugtyp noch im Training befunden.
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San Francisco

Der Bruchpilot von San Francisco war nach offiziellen Angaben noch im Training für Flüge mit einer Boeing 777. Der ansonsten erfahrene Flugzeugführer habe noch nie zuvor eine Maschine des verunglückten Typs auf den Flughafen von San Francisco gelandet, sagte eine Sprecherin des südkoreanischen Verkehrsministeriums in Sejong. „Der Pilot befand sich für Flüge mit einer Boeing 777 noch im Übergangstraining.“ Der Flug nach San Francisco sei aber für Piloten im Training nicht ungewöhnlich. Der betroffene Pilot habe zuvor eine solche Maschine neunmal gelandet und 43 Flugstunden mit einer Boeing 777 hinter sich gehabt. Nach Angaben der Fluggesellschaft Asiana Airlines hatte der Pilot insgesamt etwa 10.000 Flugstunden absolviert.

Nach ersten Erkentnissen ist die Unglücksmaschine deutlich zu langsam auf die Landebahn zugesteuert. Die Piloten hätten den Landeanflug daher anderthalb Sekunden vor dem Aufprall abbrechen wollen, sagte die Chefin der US-Behörde für Verkehrssicherheit (NTSB), Deborah Hersman, am Sonntag in San Francisco unter Berufung auf eine vorläufige Auswertung der Flugschreiber. Von den 182 Verletzten schwebten sechs weiter in Lebensgefahr.

Um die genaue Geschwindigkeit der Unglücksmaschine beim Landeanflug zu ermitteln, müssten die Daten der beiden Flugschreiber noch mit den Radaraufzeichnungen und anderen Luftfahrtdaten abgeglichen werden, sagte Hersman bei einer Pressekonferenz in San Francisco. Fest stehe allerdings, dass das Tempo der Boeing 777 „signifikant“ unterhalb der Richtgeschwindigkeit gelegen habe.

Der Stimmenrekorder und der Flugdatenschreiber lieferten laut Hersman Aufzeichnungen in guter Qualität, so dass die NTSB-Prüfer in Washington einen vorläufigen Bericht des Unfallhergangs erstellt hätten. Da das Flugzeug der Fluggesellschaft Asiana Airlines zu langsam gewesen sei, sei ein Warnsignal ausgelöst worden. Einer der Piloten habe sich daraufhin anderthalb Sekunden vor dem Aufprall dafür ausgesprochen, doch noch nicht zu landen und die Asiana-Maschine wieder in die Luft zu bringen. Sieben Sekunden vor dem Unglück hatte einer der Piloten bereits um Erlaubnis gebeten, wieder zu beschleunigen.

Hersman hob hervor, es sei „zu früh“, um aus den bisherigen Erkenntnissen Schlüsse zu ziehen. NTSB-Experten sollen demnach noch etwa eine Woche in San Francisco bleiben, um das Unglück zu untersuchen. Die detaillierte Untersuchung könne insgesamt bis zu 18 Monate dauern.

Der US-Nachrichtensender CNN strahlte ein Video aus, das zeigt, dass die Unglücksmaschine beim Anflug auf den am Meer gelegenen Flughafen mit dem hinteren Teil eine Ufermauer streifte. Danach kippte sie auf den Rumpf und drehte sich um etwa 180 Grad. Bei der Bruchlandung wurden das Fahrwerk und das Heck des Flugzeugs abgerissen, danach brach Feuer aus.

123 Insassen kamen unverletzt davon. Zwei Chinesinnen im Alter von 15 und 16 Jahren starben, die übrigen 182 Menschen an Bord wurden verletzt. Wie das San Francisco General Hospital mitteilte, schwebten am Sonntag sechs von ihnen, darunter ein Kind, weiter in Lebensgefahr, insgesamt etwa 15 waren noch nicht bei Bewusstsein. Es gebe viele Unterleibs- und Rückenmarksverletzungen, von denen einige mit Lähmungen einhergingen, teilten die Ärzte mit.

Die Asiana-Maschine war in der chinesischen Metropole Shanghai gestartet und hatte einen Zwischenstopp in Seoul eingelegt. Zum Zeitpunkt des Unglücks waren 291 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder an Bord. Die meisten Insassen waren Chinesen, Südkoreaner und US-Bürger. Einen Terroranschlag schloss das FBI rasch aus.

Asiana-Chef Yoon Young Doo sagte in Seoul, die Unglücksmaschine habe nach bisherigen Erkenntnissen „keine Motor- oder mechanischen Probleme“ gehabt. Die Maschine sei von erfahrenen Piloten gesteuert worden, fügte der Konzernchef hinzu und entschuldigte sich bei den Unglücksopfern und ihren Angehörigen mit einer Verbeugung.

Die südkoreanische Staatschefin Park Geun Hye sprach den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus und sagte ihnen Hilfe zu. Die Regierung in Seoul schickte ein vierköpfiges Team nach San Francisco, um den Unglücksort zu inspizieren.

Die Boeing 777 ist eines der meistgenutzten Langstreckenflugzeuge der Welt. Asiana, die zweitgrößte Fluggesellschaft Südkoreas, gilt als zuverlässig, das letzte Unglück mit Todesopfern liegt 20 Jahre zurück. (afp)

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