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Jesco von Puttkamer tot: Er plante die Besiedlung des Mars

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Nasa-Legende Jesco von Puttkamer.  Foto: ddp
Er war Jahrzehnte das Gesicht der Nasa - und das nach wie vor mit deutschem Akzent: Jesco von Puttkamer war gleichzeitig Legende und Visionär innerhalb der Nasa. Jetzt ist er im Alter von 79 Jahren gestorben.  Von
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Köln

„Es war einfach himmlisch, absolut unbeschreiblich. Viele von uns hätten an dem Projekt mitgearbeitet, auch wenn sie dafür nicht bezahlt worden wären.“ So erinnerte sich der deutsch-amerikanische Raumfahrtingenieur Jesco von Puttkamer 2009 anlässlich des 40. Jubiläums der Landung des ersten Menschen auf dem Mond an seine Arbeit am Apollo-Programm der US-Weltraumbehörde Nasa.

Der Mann mit dem schlohweißen Haar, der im Alter von 79 Jahren überraschend starb, gehörte zu jenen Pionieren, die dem Abenteuer Raumfahrt ihr persönliches Gesicht verliehen. 1933 in Leipzig geboren, schrieb er schon während seines Maschinenbaustudiums in Aachen seine ersten Science-Fiction-Romane mit schwärmerischen Titeln wie „Galaxis ahoi!“ und „Das unsterbliche Universum“.

Schließlich wandte er sich an Wernher von Braun, seit 1960 Direktor des Marshall Space Flight Centers in Alabama. „Ich wollte unbedingt nach Amerika, es war das Land von Karl May, da kam der deutsche Romantiker durch“, erzählte von Puttkamer Anfang des Jahres dem Österreichischen Weltraum Forum: „Ich schlug aber vor, erst in der Industrie wirken zu wollen, um Grundlagen zu lernen. Daraufhin hat von Braun sofort ein Telegramm geschickt: „Gehen Sie nicht in die Industrie, kommen Sie nach Huntsville! Wir fliegen zum Mond!“, hieß es darin. „Diese Nachricht hat mich fast umgehauen.“

Seit 1962 gehörte von Puttkamer zum inneren Zirkel beim Apollo-Programm. Mit ansteckender Begeisterung ließ er die Öffentlichkeit an seinen Träumen teilnehmen. Seit 1974 leitete er eine Arbeitsgruppe der Nasa zur dauerhaften Erschließung des Weltalls. Zeit seines Lebens blieb er ein Mann der kühnen Visionen – zuletzt mit Blick auf den Mars, dem er auch sein letztes Buch „Projekt Mars“ widmete. Von Puttkamer, seit 1967 US-Bürger, war überzeugt, das künftige Marsonauten dem Roten Planeten mehr als nur einen Besuch abstatten werden: „Die Vision ist, dass der Mensch den Mars später zum Ableger seiner Zivilisation machen wird. So könnte es sein, dass in Jahrtausenden nicht nur eine Erde die Sonne umkreist, sondern – nach ökosynthetischer Umformung der Marswelt – deren zwei.“

2030 könne es losgehen. Mehr als ein Dutzend Nationen hätten sich immerhin schon auf das gemeinsame Ziel geeinigt: „Alle wollen sie zum Mars in den nächsten 25 Jahren. Ein Wunder! Früher wäre das Science-Fiction gewesen, Nationen, die auf der Erde uneinig sind, haben gemeinsame, friedliche Ziele für den Weltraum.“ Der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln, Johann-Dietrich Wörner, nannte Puttkamer einen „großen Kämpfer für die bemannte Raumfahrt“.

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