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Kandinsky und Co: Kunstfälscher im Hahnwald aktiv

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Ein echter Kandinsky? Oder wurde er gefälscht?  Foto: BKA
Eine international agierende Fälscherbande ist aufgeflogen. Die Täter hatten Werke der Russischen Avantgarde im großen Stil gefälscht und an Sammler verkauft. Einige Objekte präsentierten sie offenbar auch in einer Kölner Hahnwald-Villa.  Von
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Wiesbaden/Köln

Am Mittwoch- und Donnerstagmorgen wechselten mehrere Kunstgemälde der Russischen Avantgarde den Besitzer. An ihrer Echtheit darf jedoch gezweifelt werden. Wegen des Verdachts auf Kunstfälschung durchsuchte in Wiesbaden, Mainz, Stuttgart, München, Hamburg und auch im Kölner Hahnwald die Polizei insgesamt 28 Wohnungen, Geschäftsräume, Lager und Kunstgalerien. Insgesamt 100 Beamte beschlagnahmten im Zuge der Razzia mehr als tausend Falsifikate und stellten Verkaufsunterlagen sicher.

Zwei Männer im Alter von 67 und 41 Jahren wurden in Wiesbaden festgenommen. Der Wiesbadener Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse sagte dem „Kölner Stadt-Anzeiger, die beiden Männer gälten als Kopf einer international agierenden Gruppe von sechs Kunstfälschern. Sie befänden sich in Untersuchungshaft. Gegen die anderen vier mutmaßlichen Fälscher bestünde allerdings kein Haftbefehl. Die „Kölnische Rundschau berichtet, die beiden hätten auch im Kölner Millionärsviertel eine Villa angemietet. Dort sollen sie in einem Ausstellungsraum die gefälschten Kunstwerke privaten Sammlern präsentiert haben. Die Oberstaatsanwaltschaft Wiesbaden wollte sich zu Details nicht äußern und sprach lediglich von Lagerräumen, die in Köln durchsucht worden seien.

Mehr als 1000 mutmaßlich gefälschte Kunstobjekte stellte das BKA am Donnerstag sicher. Foto: BKA

Die mutmaßlichen Fälscher stammen laut Bundeskriminalamt aus Russland, Israel, Deutschland und Tunesien. Ihnen wird vorgeworfen, sehr wertvolle Kunstgemälde der Russischen Avantgarde - überwiegend Werke der Künstler Natalia Goncharova, Kazimir Malevich, Wassily Kandinsky, Alexej Jawlensky und Mikhail Larionov – gefälscht zu haben. „Dabei ahmten sie den Stil dieser Künstler nach und statteten die gefälschten Gemälde mit Echtheitszertifikaten aus, um den Eindruck zu erwecken, es handele sich um bisher unbekannte Gemälde dieser Künstlergruppe , so das BKA.

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Nach derzeitigem Ermittlungsstand haben die Beschuldigten seit 2005 insgesamt über 400 Kunstgemälde für vier- bis siebenstellige Eurobeträge verkauft. Das BKA geht davon aus, dass allein die beiden jetzt Festgenommenen in den Jahren 2011 bis 2013 Gemälde für insgesamt mehr als zwei Millionen Euro an Kunden in Deutschland und Spanien verkauft haben. Offenbar waren sie nicht echt. Der Fälscherring operierte nach Angaben des BKA international - weitere Verbindungen weisen in die Schweiz und nach Israel.

BKA-Präsident Jörg Ziercke sagte, mit diesen Ermittlungen sei ein wichtiger Schlag gegen die international agierende Fälscherszene gelungen. „Zugleich sehe ich in diesem Verfahren erneut einen Beleg für die Bedeutung der staatenübergreifenden Kooperation von Strafverfolgungsbehörden bei der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität. Hier hat das eng abgestimmte gemeinsame Vorgehen mit unseren Partnern in der Schweiz und Israel es uns ermöglicht, den international agierenden Straftätern das Handwerk zu legen.

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