26.09.2016
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Nudelprodukte: Pferdefleisch-Skandal erreicht Nestlé

Pferdefleisch

In Deutschland tauchen immer mehr Pferdefleisch-Beimischungen bei Fertiggerichten auf.

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dpa

Vevey -

Auch der weltgrößte Lebensmittelkonzern Nestlé hat nicht deklarierte Anteile von Pferdefleisch in Tiefkühlprodukten entdeckt. Dabei gehe es um Zulieferungen aus Deutschland, teilte der Schweizer Weltkonzern mit. In Italien und Spanien seien deshalb zwei Nudelprodukte vom Markt genommen worden.

Zudem meldete am Dienstag der Schweizer Ableger der Supermarktkette Lidl die Rücknahme von Produkten, in denen Pferdefleisch gefunden wurde.

Nestlé erklärte, die betroffenen Produkte seien aus Fleisch eines niedersächsischen Produzenten hergestellt worden. Der Anteil von Pferdefleisch in den Produkten „Buitoni Beef Ravioli“ und „Beef Tortellini“ habe bei mehr als einem Prozent gelegen. Sie seien bereits vom Markt genommen worden.

Lidl Schweiz teilte mit, bei eigenen Untersuchungen der Artikel „Combino“ Penne Bolognese des deutschen Herstellers Copack (Bremerhaven) und „Coquette“ Ravioli Bolognese des französischen Herstellers William Saurin sei Pferdefleisch festgestellt worden. Die Produkte seien „im Sinne des vorbeugenden Verbraucherschutzes“, aus dem Verkauf genommen worden.

Am Montag hatten Schweizer Supermärkte bereits sieben andere Produkte aus den Regalen genommen, die undeklariertes Pferdefleisch enthalten sollen. Die liechtensteinische Firma Hilcona, die die betroffenen Erzeugnisse hergestellt hatte, erklärte, die verwendete Rohware sei von ihrem bisherigen Hackfleisch-Lieferanten Vossko in Ostbevern (Nordrhein-Westfalen) gekommen.

Große Supermarktketten betroffen

In Deutschland und zahlreichen anderen europäischen Ländern waren jüngst Spuren von Pferdefleisch in Millionen Fertiggerichten entdeckt worden. Betroffen waren hierzulande große Supermarktketten wie Edeka, Aldi Süd, Kaiser's Tengelmann, Lidl und der Tiefkühl-Heimlieferservice Eismann.

Entdeckt wurde Pferdefleisch in Tiefkühl-Lasagne-Produkten, teils aber auch in Ravioli, Tortelloni oder Dosen-Gulasch. Die Verbraucherschutzminister von Bund und Ländern einigten sich als Konsequenz aus dem Lebensmittel-Skandal am Montag auf einen Zehn-Punkte-Aktionsplan, in dem unter anderem europaweite Herkunftsbezeichnungen für Fleischprodukte gefordert werden. (dpa, afp)