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Superman: Der ewig Beste wird 75

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Ein riesiges Superman-Poster in Barcelona. Foto: dpa
Superman, die blau-rot-gelbe Ikone des 20. Jahrhunderts, feiert heute ihren 75. Geburtstag. Der frühe Superman wirkt spielerischer, verantwortungsloser. Das Fliegen lernt er erst später. Pünktlich zum Jubiläum startet ein neuer Kinofilm.  Von
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Köln

Superman ist ein Mörder. Ein glatzköpfiger Landstreicher, der dank eines Wundermittels telepathische Kräfte entwickelt, diese aber nur zur bösen Tat nutzt.

Doch wirklich, so schlimm hat er angefangen, der größte, beste, mächtigste aller Comic-Helden. Bevor die Welt ihn lieben lernte, bevor er sein eigentliches Debüt gab auf dem Titelblatt der Juniausgabe von „Action Comics Nr.1“ im Jahr 1938. Dieser Superman, die blau-rot-gelbe Ikone des 20. Jahrhunderts, feiert also heute seinen 75. Geburtstag.

Aber so haben ihn sich der Autor Jerry Siegel und der Zeichner Joe Shuster nicht ausgedacht, 1933. Blutjung waren die beiden Kinder jüdischer Immigranten da noch, hatten sich auf einer Highschool in Cleveland kennengelernt. Zwei Außenseiter mit großen Träumen.

Ein Jahr darauf, nach einer durchwachten Nacht, entwirft Siegel einen völlig neuen Superman. Einen Außerirdischen, als Kind in einem Raumschiff mit Kurs auf die Erde ausgesetzt, wie Moses im Schilfkästchen. Der Findling wächst zu einem Muskelkoloss heran, sein Kostüm borgt sich Joe Shuster bei den Science-Fiction-Helden der Kino-Serials, bei Buck Rogers und Flash Gordon, und bei den starken Männern der umherziehenden Zirkusshows. Die Physis erinnert an Douglas Fairbanks, den ersten Actionstar Hollywoods.

Superman ist – so der Slogan seiner ersten Radioserie – schneller als eine abgefeuerte Kugel, stärker als eine Lokomotive, und kann hohe Gebäude mit einem einzigen Sprung überwinden.

Fliegen lernt der Held erst, als er den Sprung auf die Leinwand wagt. Als hüpfender Cartoon-Charakter erscheint er seinen Animatoren schlicht zu albern. Wundersamerweise muss sich Superman nur eine Hornbrille aufsetzen, um sich in sein schüchternes Alter Ego Clark Kent zu verwandeln und von niemanden mehr erkannt zu werden. Hier bedient sich Shuster beim Stummfilm-Komiker Harold Lloyd, der ja auch linkische, junge Männer gespielt hat, die, wenn es darauf ankam, todesverachtend Hochhäuser erklommen.

Der frühe Superman wirkt noch spielerischer, verantwortungsloser. Er freut sich über seine Superkräfte, macht sich keine Gedanken darüber, ob die Autoknacker, prügelnden Ehemänner oder ruchlosen Slumlords, gegen die er am Anfang seiner Karriere ins Feld zieht, seine Schläge überleben.

Natürlich ist Superman zuallererst die Allmachtsfantasie zweier schwächlicher Jungen. Aber er verkörpert auch die Rache des jungen Jerry Siegel an den Mördern seines Vaters. Mitchell Siegel stirbt nach einem Raubüberfall auf seinen Secondhand-Kleiderladen, ein Jahr bevor sein Sohn Superman ersinnt, keiner der drei Räuber wird je gefasst.

Seine messianischen Züge gewinnt Superman erst im Laufe der Zeit; Kal-El, wie Superman auf seinem Heimatplaneten Krypton heißt, erinnert an das hebräische Wort für „Die Stimme von Gott“; das „-el“ für „von Gott“ tragen auch Engel wie Gabriel, Michael und Raphael – Supermans himmlische Verwandte.

Seine Unverwundbarkeit und sein salbungsvolles Wesen haben Superman zu einem schwierigen Charakter gemacht. Der psychisch angeknackste Batman ist viel interessanter, der nassforsche Spider-Man unterhaltsamer.
Bryan Singers Verfilmung „Superman Returns“ ist 2006 an ihrer allzu großen Ernsthaftigkeit gescheitert. Jetzt versucht Regisseur Zack Snyder einen Neustart, sein Superman-Film, „Man of Steel“, kommt am 20. Juni in die deutschen Kinos, pünktlich zum 75. Geburtstag des ewigen Besten.

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