23.07.2016
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Überschwemmungen: Millionenmetropole Jakarta unter Wasser

Mehr als einen Meter hoch steht das Wasser im Geschäftsviertel von Jakarta. Tausende Menschen sind vor den Fluten auf der Flucht.

Mehr als einen Meter hoch steht das Wasser im Geschäftsviertel von Jakarta. Tausende Menschen sind vor den Fluten auf der Flucht.

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Jakarta -

asVerkehrschaos und Massenelend: die indonesische Millionenmetropole Jakarta hat am Donnerstag nach schweren Monsunregen halb unter Wasser gestanden. Etwa 100.000 Menschen waren betroffen, der Verkehr im Geschäftszentrum des Riesenlandes kam zum Erliegen. Mindestens neun Menschen kamen nach Feuerwehrangaben ums Leben. Weil das Wasser entlang der Flüsse und Kanäle so schnell stieg, mussten viele Einwohner auf Dächer flüchten und auf Rettung warten. Die Behörden warnten, es komme noch schlimmer.

Etwa 40 Prozent von Jakarta mit rund zehn Millionen Einwohnern liegen unter dem Meeresspiegel. In der Regenzeit treten die umliegenden Flüsse regelmäßig über die Ufer. „Vor sechs Jahren waren die letzten großen Überschwemmungen hier, seitdem war es gut. Wir wurden total überrascht“, sagt Tamimi Imran, der mit sieben anderen in einer 25-Quadratmeter-Hütte in Jakarta wohnte. „Das Wasser kam so schnell, wir hatten kaum Zeit, etwas in Sicherheit zu bringen.“

Bis zu vier Meter hohe Fluten

Die wenigen Flutkanäle der Großstadt sind völlig unzureichend. „Unsere Karten zeigen, dass 50 Prozent des Stadtgebiets überflutet sind, zwischen 25 Zentimetern und vier Metern“, sagte Johan Freddy von der Katastrophenschutzbehörde. Mehr als 10.000 Menschen sind bereits auf der Flucht.

Mehrere Menschen kamen durch Stromschläge ums Leben, sagte ein Feuerwehrsprecher Lokalreportern, einige Ältere und Kranke starben, weil sie wegen des Hochwassers nicht schnell genug behandelt werden konnten. Der Katastrophenschutz drängte 100.000 Menschen, Notunterkünfte aufzusuchen, doch wollten viele ihr Hab und Gut aus Angst vor Plünderungen nicht allein lassen. Präsident Susilo Bambang Yudhoyono nahm die Überschwemmung an seinem Amtssitz mit hochgekrempelten Hosenbeinen in Augenschein, wie Fernsehsender zeigten.

Im Jahr 2007 kamen bei Überschwemmungen 57 Menschen ums Leben, 400 000 mussten ihre Häuser verlassen. Der Schaden wurde auf mehr als eine halbe Milliarde Euro geschätzt. (dpa)