29.05.2016
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Kommentar zu Kölner Randalen: Die Schläger schnell bestrafen

Ein Hooligan wurde schwer verletzt, ist inzwischen aber auf dem Weg der Besserung.

Ein Hooligan wurde schwer verletzt, ist inzwischen aber auf dem Weg der Besserung.

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BREUEL-BILD Presse Photo Agency

Es ist wohl nur dem Zufall zu verdanken, dass am Samstag niemand gestorben ist auf dem Habsburgerring in Köln. Und dem schnellen Eingreifen der Polizei, die die Schlägerei zwischen Fußball-Chaoten innerhalb kurzer Zeit beenden konnte. Die verabredete Schlacht zwischen gut 150 selbst ernannten Fans des 1. FC Köln, von Borussia Dortmund und Schalke 04 stellt eine neue Stufe der Eskalation dar: Üblicherweise schlagen sich diese Gruppen weit abseits des Spielgeschehens, unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Über diese sehr spezielle Form der Freizeitgestaltung können normale Menschen nur den Kopf schütteln: Solches Verhalten ist schlichtweg asozial. Dass völlig sinnlose Gewalt jetzt an einem sonnigen Samstagnachmittag in die Kölner Innenstadt getragen wird, ist nicht hinnehmbar.

Wenn sich dort zum Teil unter Drogen stehende, kampferprobte Männer unter dem Deckmantel der Liebe zu einem Fußballverein mit Quarzhandschuhen und Stöcken bis zur Besinnungslosigkeit schlagen und dabei sogar den Tod eines Kontrahenten in Kauf nehmen, sind auch Passanten, Familien und andere Unbeteiligte nicht mehr sicher.

Die Polizei hat mehr als 50 Männer festgenommen. Ziel der Ermittlungen ist jetzt, den Chaoten eine Beteiligung an den Ausschreitungen gerichtsfest nachzuweisen. Gelingt dies, muss die Staatsanwaltschaft die Täter schnell anklagen und hohe Strafen fordern. Allerdings: Nach dem Angriff Kölner Ultras auf einen Fanbus mit Anhängern von Borussia Mönchengladbach gibt es immer noch keinen Termin für die Hauptverhandlung - die Tat jährt sich im März zum zweiten Mal. Das darf im aktuellen Fall nicht wieder so lang dauern.

Aber auch die aktive Fanszene ist in der Pflicht: Gewalttäter müssen endlich isoliert werden. Sonst kann man sich Veranstaltungen wie Fankongresse in Zukunft besser sparen.

Schlägerei vor FC-Testspiel
Köln, 19.01.2014 - Nach der Massenschlägerei vor dem Testspiel des 1. FC Köln gegen Schalke 04 ermittelt eine Mordkommission. Ein Mann wurde schwer verletzt, ist aber außer Lebensgefahr.