28.08.2016
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Demonstrationszug in Köln: 6500 Kölner gehen gegen „Kögida“ auf die Straße

Tausende Gegendemonstranten um den Kölner Dom.

Tausende Gegendemonstranten um den Kölner Dom.

Foto:

Jan Stranghöner

Köln -

Die Teilnehmer der „Kögida“-Veranstaltung durften am Mittwochabend zu ihrem geplanten „Spaziergang durch die Innenstadt“ aufbrechen - das hatte das Oberverwaltungsgericht Münster am Nachmittag entschieden. Um 18.30 Uhr traf sich „Kögida“ auf dem Kölner Bahnhofsvorplatz..

Das Bündnis „Köln stellt sich quer“ hatte ab 18 Uhr zu einer Kundgebung vor dem EL-DE-Haus am Appellhofplatz aufgerufen, bei der der Schriftsteller Navid Kermani eine Rede halten wird. Die Demonstranten von „Köln gegen Rechts“ traffen sich unter dem Motto „Pegida? Läuft nicht in Köln“ um 17.30 Uhr an der Kreuzblume vor dem Dom. Die Ereignisse des Abends im Ticker zum Nachlesen:

20:32 Uhr: Die Kölner Polizei zieht Bilanz

Die Kölner Polizei zieht nach dem Demo-Abend eine erste Bilanz. 150 „Kögida“-Anhänger hatten sich vor dem Hauptbahnhof versammelt, zum Appellhofplatz und zum Dom kamen 6500 Gegendemonstranten. Bis auf den kleinen Zwischenfall im Hauptbahnhof blieb es weitgehend friedlich.

20:09 Uhr: Gegendemonstration löst sich auf

Rund um den Dom wird es leerer, die Gegendemonstration löst sich auf. Die Polizei zieht sich mehr und mehr zurück.

19:51 Uhr: „Köln bleibt bunt!“

Die Gegendemonstranten vom Appellhof sind am Dom angekommen. „Köln stellt sich quer“ und „Köln gegen Rechts“ sind zu einer Gegendemo verschmolzen. „Köln bleibt bunt!“ schallt es über die Domplatte. Von den „Kögida“-Demonstranten ist nichts mehr zu sehen. Die Polizei hat sie in den Hauptbahnhof gebracht und begleitet sie zu ihren Zügen. Bei einem Aufeinandertreffen mit Antifa-Anhängern in der Bahnhofspassage flog eine Flasche, Polizisten gingen dazwischen. Die Ladenlokale im Bahnhof haben vorsorglich ihre Türen geschlossen.

19:33 Uhr: Demonstranten brüllen „Hogesa“-Parolen

„Wir sind da - Hogesa!“ und „Deutsche Presse, Lügenpresse“, skandieren die Teilnehmer der „Kögida“-Demonstration. Zurück auf dem Bahnhofsvorplatz wird es nun noch eine Abschlusskundgebung geben. Die Nationalhymne soll gesungen werden. „Mitglieder der Hooligan-Bewegung "Hogesa" haben diese Veranstaltung gekapert“, so der Eindruck unseres Reporters.

19:16 Uhr: „Kögida“-Demonstrationszug ist unterwegs

Die „Kögida“-Teilnehmer sind vom Hauptbahnhof losgezogen - bis zur Straße am Kattenbug. Dort wird gewendet. Am Appellhofplatz spricht die Polizei derweil von rund 3000 Gegendemonstranten. Sie setzen sich jetzt in Bewegung und machen sich auf dem Weg zum Dom.

Kögida darf marschieren
Köln, 14.01.15: Kurz vor Demonstrationsbeginn gab es durch das Oberverwaltungsbericht dann doch noch die Erlaubnis für Kögida, einen Zug zu starten.

19:03 Uhr: Großer Applaus für Schriftsteller Kermani

Schriftsteller Navid Kermani spricht am Appellhoflatz bei der Gegendemo von „Köln stellt sich quer“. „Die Terroristen wollen einen Keil zwischen uns treiben“, sagt er. Immer wieder wir seine Rede von Applaus unterbrochen. Kermani fordert Brüderlichkeit statt Feindschaft. „Auch in Europa haben wir Konflikte. Aber wir sind uns einig, dass wie diese niemals wieder durch Kriege lösen wollen.“

18:46 Uhr: Zeigen, dass Köln eine weltoffene Stadt ist

Unter den Gegendemonstranten am Appellhofplatz ist auch Claudia Wörmann-Adam, Betriebsratsvorsitzende der Kölner Messe. „Ich möchte den internationalen Gästen der Messe das Gefühl geben, dass Köln eine weltoffene Stadt ist. Deswegen gehe ich solange auf die Straße, bis sich "Kögida" auflöst und verschwinden.“ Wörmann-Adam hat ein Schild mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ dabei. Um sie herum ragen Transparente für Freiheit und Vielfalt aus der Menge.

18:40 Uhr: Mehrere Tausend Gegendemonstranten rund um den Dom

Rund um dem Kölner Dom hat „Köln gegen Rechts“ zu einer Gegendemo aufgerufen. Mehrere Tausend Demonstranten sind nach Polizeischätzungen bislang eingetroffen.

18:34 Uhr: „Hogesa“-Anhänger unter den Demonstranten

Vor dem Kölner Hauptbahnhof stehen nun 80-100 „Kögida“-Teilnehmer - die Kundgebung soll nun erst nach 19 Uhr beginnen, nicht wie geplant um 18:30 Uhr. Rund die Hälfte der Demonstranten sind der „Hogesa“ zuzurechnen, melden unsere Reporter.

18:23 Uhr: Mehrere Hundert Demonstranten am Appellhofplatz

1500 bis 2000 Menschen, so schätzt die Polizei, sind bei der Gegendemonstration am Kölner Appellhofplatz, zu der das Bündnis „Köln stellt sich quer“ aufgerufen hatte. Sprecherin Brigitta von Bülow bezeichnete es auf der Bühne als einen Skandal, dass die „Kögida“-Teilnehmer durch die Stadt ziehen dürfen. Nach dem Programm wollen die Gegendemonstranten um 19:15 Uhr ebenfalls durch die Straßen laufen: über die Breite Straße, die Tunisstraße, die Minoritenstraße, über den Wallrafplatz zum Kölner Dom. „Wir wollen zeigen, dass die Straße nicht "Kögida" gehört.“

18:06 Uhr: Der Dom strahlt

Der Kölner Dom wird bei dieser zweiten „Kögida“-Versammlung in Köln hell beleuchtet sein. Das Domkapitel hat am Dienstag beschlossen, dass das Ausschalten der Außenbeleuchtung am 5. Januar ein einmaliges Signal bleiben soll. Auf der Bahnhofsseite des Doms hängt aber ein Plakat mit einer Erklärung: „Die Kirche verwirft jede Diskriminierung eines Menschen  seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht.“

Auch die Kölner Rheinbrücken sollen sind trotz der Kögida-Protest beleuchtet.

17:54 Uhr: Bahnhofseingänge gesperrt

Circa 50 Teilnehmer der „Kögida“-Bewegung haben sich bereits auf dem Bahnhofsvorplatz eingefunden. Auf der Treppe zur Domplatte versammeln sich die Gegendemonstranten. Die Eingänge in den Hauptbahnhof sind gesperrt, Reisende müssenden U-Bahn-Eingang an der Kreuzblume oder den Eingang am Breslauer Platz nutzen.

17:41 Uhr: Wegstrecke steht fest

Die Kölner Polizei hat einen Weg für den „Kögida“-Demonstrationszug festgelegt. Nach einer Auftaktkundgebung am Bahnhofsvorplatz gehen die Teilnehmer über die Domprobst-Ketzer-Straße, An den Dominikanern bis zur Straße „Kattenbug“. Auf gleichem Weg bewegt sich der Demonstrationszug zurück zum Hauptbahnhof und endet dort mit einer Kundgebung.

17:17 Uhr: Hogesa zu Teilnahme aufgerufen

Sorgen machen der Kölner Polizei Einträge im sozialen Netzwerk Facebook, in denen die Hooligan-Bewegung „Hogesa“ („Hooligans gegen Salafisten“) dazu aufruft, nach Köln zu reisen und die „Kögida“-Teilnehmer „zu schützen“. „Wir können nicht seriös einschätzen, ob und falls ja, wie viele Menschen diesem Aufruf folgen, aber wir sind auf alles vorbereitet“, sagte ein Polizeisprecher.

17:15 Uhr: „Kögida-Route noch nicht bekannt

Noch steht nicht fest, welchen Weg die „Kögida“-Teilnehmer durch die Innenstadt nehmen dürfen. Sie wird nun nach der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts durch die Kölner Polizei festgelegt. Der Veranstalter bekommt eine Auflage mit der Wegstrecke zugestellt. Passt „Kögida“ der von der Polizei festgelegte Weg nicht, könnte die Organisation wieder Klage einreichen. Weil die Zeit bis zum Start der Demonstration aber drängt heißt es wohl eher: akzeptieren und diesen Weg nehmen oder vor dem Bahnhof stehen bleiben und nachträglich klagen.