24.08.2016
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Kommentar zu #Armlaenge: Henriette Reker im Shitstorm der Ignoranten

Eine Fotomontage auf Twitter

Eine Fotomontage auf Twitter

Foto:

Twitter/FranKee Hamburg

Berlin -

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat Anfang Oktober einen Mordanschlag überlebt. Ein Mann hat versucht, sie auf einem Wochenmarkt in Köln mit Messerstichen zu töten. Beinahe wäre ihm das gelungen.

Reker und ihr Wahlkampfteam haben einen Fremden zu nah an sich herankommen lassen. Das war ein Fehler, der Henriette Reker nie wieder unterlaufen wird. Nun ist sie genesen und im Amt und hat ein Problem, weil die Stadt Köln ein Problem hat. In einer Pressekonferenz nach den Übergriffen am Hauptbahnhof wird sie von einer Journalistin gefragt, wie Frauen sich schützen können.

Reker sagt, dass man generell Menschen, zu denen man kein Vertrauensverhältnis habe, nicht zu nahe an sich heran kommen lassen solle. Dann empfiehlt sie, was auch die Opferhilfsorganisation „Weißer Ring“ empfiehlt: Immer eine Armlänge Abstand zu halten.

Böhmermann wettert gegen Reker

Das ist natürlich ein völlig sinnloser Ratschlag für die Opfer von Köln. Ein falsches Argument ist es auch. Und es ist ein Fehler, der Henriette Reker wohl nicht mehr unterlaufen wird. Denn in den Minuten, nachdem sie das gesagt hat, gibt es nicht viele, die sich daran erinnern, dass die Frau, die hier einen unpassenden Ratschlag gibt, vor wenigen Wochen fast gestorben wäre, weil sie keine Armlänge Abstand hatte. Im Netz bricht unter dem Hashtag #Armlaenge ein Shitstorm über Reker herein, erbarmungslos, erinnerungslos.

Der Satiriker Jan Böhmermann fordert auf Twitter dazu auf, Bilder von Reker zu montieren, die sie mit einem roten Fahrrad-Abstandhalter an der Schulter zeigen. Und natürlich finden sich Leute, die das machen - die eine Frau, die ein Attentat überlebt hat, so verhöhnen. Sie montieren Bilder, versehen Reker, die parteilose Oberbürgermeisterin, sogar mit Kellen, auf denen CDU steht. Das alles ist geschmacklos.

Da kann man nur raten: Eine Armlänge reicht nicht aus, um genug Abstand von solchen Leuten zu bekommen.