27.08.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Kommentar zu Ralf Jägers Entscheidung: Aufnahmestopp für Marokkaner ist verständlich

Symbolbild Flüchtlinge Aufnahmeeinrichtung

Seit Beginn des Jahres wurden 52 rechtsextremistische Übergriffe auf Flüchtlinge in NRW verübt.

Die Bitte, mit der sich NRW-Innenminister Ralf Jäger in den vergangenen Wochen beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge meldete, klingt zunächst befremdlich, weil sie dazu geeignet ist, sämtliche Zuwanderer aus einer bestimmten Region zu stigmatisieren. Das größte Bundesland nimmt nun vorerst keine Asylbewerber mehr aus Marokko auf.

Bei näherer Betrachtung der Lage kann man für Ralf Jägers Anliegen jedoch ein gewisses Verständnis aufbringen: Fragt man Polizisten, Helfer vor Ort und den Flüchtlingsrat NRW, dann zählt zumindest ein Teil der Asylbewerber aus Nordafrika zu einer besonders problematischen Gruppe: Aus den Maghreb-Staaten kommen – anders als etwa aus Syrien – überwiegend allein reisende junge Männer nach Deutschland, die an Auseinandersetzungen in den Unterkünften, so beschreibt es zumindest das NRW-Innenministerium, überproportional beteiligt sind.

Eine etwas ausgewogenere Verteilung von Zuwanderern aus den unterschiedlichen Herkunftsländern kann daher auch dazu beitragen, die Stimmung in den engen Flüchtlingsheimen zu entspannen.

Zielführender als ein NRW-Aufnahmestopp ist jedoch eine Einigung mit Staaten wie Marokko, die sich häufig weigern, ihre Bürger wieder aufzunehmen.