30.07.2016
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Abipannen: Das Land muss besser informieren

Am Gymnasium Hennef hat es eine Abipanne gegeben.

Am Gymnasium Hennef hat es eine Abipanne gegeben.

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Ralf Rohrmoser von Glasow

Der „Oktaeder des Grauens“, die falsche Version eines Barockgedichts oder eine Deutschklausur, in der „regiert“ wird statt „reagiert“ – die Liste mit den Pannen in der siebenjährigen Geschichte des nordrhein-westfälischen Zentralabiturs ist lang, und nun ist sie noch ein wenig länger: An mehreren Schulen haben Abiturienten im Fach Sozialwissenschaften die falschen Prüfungsaufgaben bekommen.

Das ist ärgerlich – vor allem natürlich für alle, die jetzt ihre Abiturklausur nachholen müssen. Für die Schüler ist das ähnlich attraktiv wie eine Wurzelspitzenresektion und eine positive Nachricht höchstens für die, die viel zu spät mit dem Lernen angefangen haben. Doch so nachvollziehbar der Ärger über die ständigen Pannen bei den Abi-Aufgaben auch ist: Sie werden immer wieder passieren. Rund 130000 Schüler des Doppel-Jahrgangs machen gerade ihr Abitur. Es wäre fantastisch, wenn jede einzelne Prüfung davon komplett reibungslos über die Bühne gehen würde. Aber wäre es auch realistisch?

Dass bei einer solchen logistischen Herausforderung Pannen passieren, ist misslich, aber verständlich. Vollkommen unverständlich ist jedoch, warum das Ministerium die betroffenen Schulen erst dann darüber informiert hat, als es zu spät war. Fehler kann man verzeihen. Aber nicht, sie zu verschweigen.