27.08.2016
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Bernd Schuster: Der Mann ohne Worte

Bernd Schuster

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dpa

Bernd Schuster, damit das mal gesagt ist, ist einer der Großen im deutschen Sport: Sein Fußball war bei aller Leichtigkeit stets widerspenstig und auf eine kreative, nein: geniale, Art geprägt von Ungehorsam. Die Gabe, mit Eigensinn ein Team zu stärken, ist unerhört und nur den ganz Großen eigen: Beckenbauer, Cruyff, Maradona, Messi.

Jenseits des Platzes aber hat Schusters Eigentümlichkeit jegliche magische Kraft verloren. Die Unberechenbarkeit, die auf dem Platz den Gegner verwirrte, wirkt überall anders unangenehm und verstörend. Es ist kein Zufall, dass Schuster, damals viel belächelt, ausschließlich über seine damalige Frau Gaby kommuniziert hat. Schuster kann und konnte das nicht.

Der Trainer Bernd Schuster hat nur zwei gelungene Stationen vorzuweisen: Sein Debüt bei 1997 Fortuna Köln atmete dem kleinen Verein etwas Größe ein, und wären die Spieler besser gewesen – sie hätten einen tollen Fußball spielen können. Der Titelgewinn mit Real Madrid 2008 folgte demselben Prinzip: Es reichte Schusters unauslöschlicher Ruf als Fußballgott. Geredet werden muss da nicht, und nach einem Jahr haben alle genug voneinander.

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs kennt Schuster noch als Spieler. Von ihm stammt die Trainer-Idee nicht. Hier stillt stattdessen ein Verwaltungsrat die Sehnsucht nach einem Heldennamen. Das kann klappen. Einen guten Trainer bekommt der VfL so nicht.