27.07.2016
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Bonner SPD-Abgeordneter: Kelber beklagt „kölschen Klüngel“

Ulrich Kelber

Der Bonner Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber.

Bonn -

Der Umweltexperte der SPD-Bundestagsfraktion und Bonner Abgeordnete Ulrich Kelber hat seiner Partei vorgeworfen, ihn für seine kritische Haltung gegenüber der Braunkohle abzustrafen. Durch "kölschen Klüngel pur" sei ihm ein sicherer Platz auf der SPD-Landesliste für die Bundestagswahl verwehrt worden, sagte Kelber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Innerhalb der rheinischen SPD hätten sich Funktionäre für verschiedene Wahlen gegenseitig abgesichert. Ihm habe man mitgeteilt, man könne ihn nicht unterstützen, da er kein Freund der Braunkohle sei.

Parteifreunde Kelbers aus dem Braunkohlerevier im Rhein-Erft-Kreis stützen dies. Sebastian Hartmann, Vorsitzender der SPD im Rhein-Sieg-Kreis, sei auf den sicheren Listenplatz 15 gewählt worden, weil er als Freund der Braunkohle gelte, sagt ein Insider, der nicht genannt werden will. Kelber dagegen sei Anhänger alternativer Energien und der Braunkohlelobby in der SPD ein Dorn im Auge. Hartmann weist dies zurück. "Es ging unter anderem darum, dass der Bonner Wahlkreis zuletzt dreimal hintereinander von der SPD geholt wurde, er also relativ sicher ist", sagte er auf Anfrage des "Kölner Stadt-Anzeiger". Erstaunt zeigt sich Hartmann über die Einschätzung als Lobbyist der Braunkohle. "Wer meine jüngsten Vorschläge für Windenergie-Projekte kennt, kann eigentlich nicht zu einer solchen Auffassung kommen." (pf)