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CDU-Abgeordneter: Bosbach ist nicht zu bremsen

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Wolfgang Bosbach. Foto: dapd
CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach ist unheilbar krank. Außerdem klappte er nach Problemen mit seinem Defibrillator am Samstag zusammen. Am Sonntag war er schon wieder im TV zu sehen. Wie jetzt bekannt wurde, wird der Politiker am Mittwoch operiert.  Von
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Berlin

Als Wolfgang Bosbach mal gefragt wurde, was ihn von Angela Merkel unterscheide, hat er geantwortet: dass er sich zu seinem 50. Geburtstag keinen Hirnforscher einladen würde. Dazu, sollte das heißen, sei er viel zu emotional. Tatsächlich ließ Merkel den Fachmann Wolf Singer kommen, um über den Stand der  Wissenschaft zu referieren.

Die Emotionalität zeigt sich auch daran, wie der mittlerweile 60-jährige Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses mit seinen Krankheiten umgeht. Anders als die Kanzlerin – die das kaum und dann wohl nur unter seelischen Schmerzen täte – lässt er die Menschheit daran teilhaben. Ja, der Christdemokrat sorgt für volle Transparenz. Ein Beispiel lieferte er am Wochenende.

Am Samstag war Bosbach bei der CDU-Landesversammlung Nordrhein-Westfalen im schönen Münster umgekippt („wie ein Faustschlag von Klitschko“). Grund war der Defekt seines implantierten Herz-Defibrillators. Das ist ein Gerät, das durch Stromstöße Herzrhythmusstörungen beenden kann. Der Anwalt aus Bergisch Gladbach bekam daraufhin nach eigenen Angaben etwa 100 Genesungswünsche via SMS -  die ersten, als er noch am Boden lag. So schnell wie einer fällt, ist das  Internet schon lange. 

Bald darauf simste Bosbach zurück. Dem „Express“ teilte er mit, dass sein Defibrillator einen Schock abgegeben habe, und scherzte: „Jetzt weiß ich wenigstens, dass er funktioniert, wenn es darauf ankommt.“ Bosbach wird sich an diesem Mittwoch einer Operation unterziehen müssen, wie der „Express“ weiter berichtet. „Fest steht, dass eine Sonde defekt ist. (...) Die Frage ist, ob die jetzt defekte Sonde ausgetauscht werden kann. Die Hoffnung habe ich natürlich.“ Gewissheit werde es aber erst nach dem Eingriff in der Berliner Charité geben.

Kein Grund für Bosbach, müde zu werden: Am Sonntag folgte ein längeres Interview mit „Welt Online“. Da informierte WoBo, wie Sympathisanten ihn nennen, darüber, dass er ungeachtet seiner seit Jahren andauernden Herzerkrankung und seines offenbar unheilbaren Prostatakrebses politisch weiter machen wolle – inklusive Kandidatur bei der Bundestagswahl im Herbst. Denn: „Mir ginge es nicht besser, wenn ich jetzt das Rentnerdasein beginnen würde. Mir macht ja die Arbeit auch Spaß. Ich käme sonst sofort ins Grübeln. Ich würde ganz anders in den Körper reinhorchen.“ Wer den Mann kennt, weiß, dass das zu 100 Prozent stimmt.

Von der Trage ins TV

Am Sonntagabend schließlich saß Bosbach wie verabredet bei Günther Jauch in der ARD, um über das Thema Islamismus zu sprechen. Dort saß er zuletzt vor wenigen Monaten mit dem Bestattungsunternehmer Fritz Roth, seinem ebenfalls todkranken Freund. Seinerzeit ging es um das Thema Sterben.

Roth ist inzwischen seiner Krankheit erlegen. Bosbach suchte am Montag die Berliner Charité auf, um das Problem mit dem Defibrillator klären zu lassen. Dort muss nun am Mittwoch eine kaputte Sonde des Herzschrittmachers ausgetauscht werden - wobei unklar ist, ob das klappt.

Unter denen, die Bosbach am Samstag Genesungswünsche übermittelten, war übrigens Angela Merkel - jene Frau also, der es der Parteifreund unter anderem in der Europapolitik nicht so ganz leicht gemacht hat. Der Vorgang zeigt, dass die Kanzlerin nicht nur an Hirnen, sondern auch an Herzen interessiert ist.

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