25.08.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

CDU-Positionspapier: Zurück zum Pöstchenklüngel

Die Kölner CDU will Jobs nach Parteibuch vergeben.

Die Kölner CDU will Jobs nach Parteibuch vergeben.

Foto:

dpa

Man hatte die vage Hoffnung, die innige Verbindung zwischen Parteibuch und der Besetzung von Führungspositionen in der Stadtverwaltung könnte der Vergangenheit angehören. Weit gefehlt. Das alte Denken, die Leitungsposten möglichst mit Parteifreunden zu besetzen, ist nicht auszurotten.

Im Gegenteil. Die CDU-Ratsfraktion hat bei einer Klausurtagung peinlich genau aufgelistet, wie viele Führungsjobs es in den kommenden Jahren zu besetzen gilt. Ausgerechnet der ehemalige Stadtdirektor Herbert Winkelhog, der nach dem Machtwechsel im Jahr 2000 unter Oberbürgermeister Schramma auf diesen Posten kam und später zur Müllabfuhr abgeschoben wurde, rät seinen Parteifreunden, alte Traditionen wiederzubeleben.

Die CDU müsse von Führungspersönlichkeiten ein Bekenntnis zur Union einfordern und sie – so wörtlich – daran erinnern, wer für ihre Karriere mitverantwortlich ist. Dem politischen Gegner müsse demonstriert werden, dass die Union gut vernetzt sei. Ein unfassbarer Vorgang. Die Möglichkeit, Führungspositionen extern auszuschreiben und nach den Besten zu suchen, kommt für die Union erst gar nicht in Betracht.

Die Stadt Köln hat ein riesiges Finanzproblem. Sie muss ein 200- Millionen-Euro-Loch stopfen, eine Radikalkur einleiten, alle Aufgaben und Dienstleistungen überprüfen, um überhaupt noch handlungsfähig zu bleiben. Das alles ist für die Union nur von zweitrangiger Bedeutung. Sie will zurück zum Klüngel, zum Pöstchengeschiebe und zu Führungsstrukturen, in der Leistung keine Rolle spielt. Herbert Winkelhog war zuletzt Chef der Müllabfuhr. Er hätte sein Positionspapier besser nicht veröffentlicht, sondern gleich ins Altpapier geschmissen.