Politik
Nachrichten, Berichte und Videos aus Deutschland und aller Welt

Vorlesen
0 Kommentare

Demonstrationen: Tote und Verletzte in Ägypten

Erstellt
Ägyptische Demonstranten mit Anti-Mursi-Plakaten Foto: dpa
Bei Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des ägyptischen Präsidenten Mursi sind mindestens sieben Menschen getötet und Dutzende verletzt worden. Mursi wies ein Ultimatum des Militärs über Twitter zurück. Seinen Rücktritt lehnte er ab.
Drucken per Mail
Kairo

Vor dem Hintergrund anhaltender Massenproteste gegen seine islamistische Regierung hat Ägyptens Präsident Mohammed Mursi die Militärs aufgefordert, ein Ultimatum zur Beilegung der Krise zurückzunehmen. „Präsident Mohammed Mursi bekräftigt sein Festhalten an der verfassungsmäßigen Ordnung und weist jeden Versuch zurück, sie zu brechen“, heißt es in einer am späten Dienstagabend über den Kurznachrichtendienst Twitter verbreiteten Erklärung des Präsidialamts. Damit lehnte er faktisch den von der Opposition geforderten Rücktritt ab.

Die Armeeführung hatte Mursi und seinen Gegnern bis Mittwochnachmittag Zeit gegeben, einen Kompromiss zu schließen. Ansonsten wolle sie selbst das Ruder übernehmen und einen eigenen Plan für die Zukunft Ägyptens vorlegen.

Unterdessen kamen bei Zusammenstößen zwischen Mursi-Anhängern und -Gegnern Al-Dschasira zufolge am Dienstagabend mindestens sieben Menschen ums Leben. Dies hätten Krankenhausärzte in der Provinz Giza südlich von Kairo bestätigt. Das Gesundheitsministerium in Kairo bestätigte dem Bericht zufolge lediglich vier Tote.

Die Unruhen begannen nach Angaben aus Sicherheitskreisen, als Unterstützer des Präsidenten in Richtung Universität marschierten. Auch in der zweitgrößten Stadt Alexandria und in der nordöstlich von Kairo gelegenen Stadt Banha habe es Feuergefechte gegeben. In Alexandria wurden nach Krankenhausangaben mindestens 33 Menschen verletzt. Aus Banha lagen zunächst keine Angaben über Opfer vor.

In Kairo seien mindestens 15 Menschen verletzt worden, hieß es aus Sicherheitskreisen. In Alexandria wurden nach Krankenhausangaben mindestens 33 Menschen verletzt. Aus Banha lagen zunächst keine Angaben vor. Bis Montag hatten die Unruhen in Ägypten nach Regierungsangaben mindestens 16 Menschen das Leben gekostet, Hunderte wurden verletzt.

Die ägyptische Armee will die Verfassung ändern und das von Islamisten dominierte Parlament auflösen, falls bis Mittwoch keine Einigung zwischen Präsident Mohammed Mursi und der Opposition zustande kommt. Das erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag aus Militärkreisen. Bis es eine neue Verfassung gebe, solle ein überwiegend aus Zivilisten bestehender Übergangsrat eingesetzt werden, dem Vertreter der politischen Gruppen und Experten angehören sollten. Die Verfassung solle innerhalb einiger Monate geändert werden. Anschließend solle ein neues Präsident gewählt werden. Die Neuwahl des Parlamentes solle erst stattfinden, wenn es strikte Regeln für die Auswahl der Kandidaten gebe.

Die Streitkräfte diskutierten noch über Einzelheiten, hieß es in den Militärkreisen weiter. Der Plan, der die politische Krise lösen solle, könne zudem an die aktuellen Entwicklungen angepasst werden.

Der Chef der Streitkräfte, General Abdel Fattah al-Sisi, hatte Mursi am Montag ein Ultimatum bis Mittwoch gesetzt, sich mit der seit Tagen demonstrierenden Protestbewegung zu einigen. Ansonsten werde das Militär seine eigenen Pläne für die Zukunft des Landes umsetzen, hatte al-Sisi erklärt und damit indirekt gedroht, die Armee werde die Macht übernehmen.

Bereits am Wochenende hatten Millionen Ägypter gegen Mursi demonstriert und seinen Rücktritt gefordert. Sie werfen ihm autokratisches Gebaren und eine Islamisierung des Landes vor. Sie machen ihn auch für die schlechte Wirtschaftslage und Versorgungsengpässe verantwortlich. Zugleich gingen zahlreiche Anhänger Mursis für den Präsidenten auf die Straße. (rtr,dpa)

Auch interessant
Anzeige
Videos
Sonderveröffentlichung
Familienrecht
Die Kalkulation sollte ein Fachmann übernehmen.

Wann besteht Anspruch auf Unterhaltszahlungen? Fachanwältin Astrid Koppe informiert!

FACEBOOK
Kleinanzeigen
ipad
Tablet-Ausgabe

Jetzt noch lokaler und umfangreicher: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ für das Tablet lädt zur Erlebnisreise durch die Themen des Tages ein. Jetzt 20 Tage lang gratis testen!

Service
Peinliche SMS

Aktuelle News: Wer nichts verpassen will, wählt den SMS-Service. Das Angebot können Sie jederzeit und nach Bedarf empfangen.