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Diplomatische Mission: Rodman-Show für Kim Jong-un

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Dennis Rodman am Flughafen von Pjöngjang.  Foto: AP/dpa
Neben Waffen liebt Kim Jong-un auch US-amerikanischen Profibasketball. Nun hat Nordkoreas Machthaber ausgerechnet Ex-NBA-Star und Bad Boy Dennis Rodman eingeladen. Zu einer Zeit, wo Kim „einen echten Krieg“ probt.
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Dennis Rodman, ehemaliges Enfant terrible der NBA und Bad Boy, ist zu einem Besuch in Nordkorea eingetroffen. Der 51-jährige Tattoo-Liebhaber ist Teil einer Delegation von früheren und aktuellen NBA-Spielern und -Trainern. Rodman wird mit einer Mannschaft, zu der auch drei Mitglieder der Harlem Globetrotters gehören, einige Showspiele zeigen und an anderen Events teilnehmen. Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong-un gilt als großer NBA-Fan.

Rodman ist in einer Art diplomatischen Mission unterwegs. Mit dabei ist ein Filmteam der Vice Media Company, das einen Beitrag über die kommunistische Bastion in Fernost für den US-Sender HBO dreht. Der Basketballer ist bereits der zweite prominente US-Amerikaner, der Nordkorea in diesem Jahr besucht. Erst im Januar war Google-Chef Eric Schmidt nach Pjöngjang gereist, gerade mal vier Wochen, nachdem das Regime mit dem Transport eines Satelliten ins All für diplomatische Verwirrungen gesorgt hatte.

Illustre Truppe auf diplomatischer Mission: Dennis Rodman, die Harlem Globetrotters (in rot) und die restliche Delegation.
Illustre Truppe auf diplomatischer Mission: Dennis Rodman, die Harlem Globetrotters (in rot) und die restliche Delegation.
Foto: AP/dpa

Auch der Besuch der Sportler kommt zu einer Zeit, da Nordkorea politisch unter strenger Beobachtung steht. Vor zwei Wochen erst hatte Kim Jong-un einen atomaren Sprengkopf unterirdisch testen lassen und sein Land damit weiter in die internationale Isolation getrieben. Und es droht eine weitere Zuspitzung im Konflikt mit dem Bruderstaat aus dem Süden. Vor dem Beginn zweier gemeinsamer Manöver der US-amerikanischen und südkoreanischen Streitkräfte propagiert Nordkorea zunehmend Kampfbereitschaft der Armee. Machthaber Kim Jong Un habe Artillerieeinheiten den Befehl zu Schießübungen gegeben, um ihre Kampffähigkeiten für „einen echten Krieg“ zu überprüfen, berichteten die Staatsmedien des kommunistischen Landes am Dienstag. Kim habe die Übungen selber geleitet.

Nordkoreas Medien berichten seit mehreren Tagen auffällig häufig über Besuche Kims bei Truppeneinheiten. Die Besuche könnten als Teil von Nordkoreas „Militär-Zuerst“-Politik und Versuchen gesehen werden, „die Drohungen gegen Südkorea zu verstärken“, sagte der Sprecher des südkoreanischen Verteidigungsministeriums, Kim Min Seok, vor Journalisten in Seoul.

Nordkoreas Armee hatte den USA und Südkorea am Wochenende unterstellt, mit ihren Manövern einen „Aggressionskrieg“ vom Zaun brechen zu wollen. Die USA und Südkorea wollen ihre jährliche mehrwöchige Feldübung „Foal Eagle“ am 1. März beginnen. Vom 11. bis 21. März soll zudem eine gemeinsame Kommandoschulung stattfinden.

"Gerade in einer Zeit, in der die Spannung zwischen zwei Ländern so immens sind, ist es wichtig, Möglichkeiten des kulturellen Dialogs auszuschöpfen", sagte Vice-Gründer Shane Smith. "Es ist notwendig, den Nordkoreanern zu zeigen, dass Amerika nicht ihr Feind ist. Basketball ist ein Spiel, das beide Völker lieben. Es ist ein Schritt in die richtige Richtung."

Von Journalisten umgeben: Dennis Rodman.
Von Journalisten umgeben: Dennis Rodman.
Foto: AP/dpa

Dass Kim Jong-un sich ausgerechnet den ganzkörpertätowierten und gepiercten Dennis Rodman in das von starren Regeln diktierte Land geholt hat, darf als Überraschung gewertet werden. Rodman hat mit den Chicago Bulls an der Seite von Michael Jordan und Scottie Pippen fünf NBA-Titel gewonnen. Aber der Ex-Lover von Madonna und Carmen Electra hat vor allem auch mit seinen Eskapaden Schlagzeilen gemacht, die ihm immerhin den Spitznamen "The Menace" (dt. "Die Bedrohung) eingebracht haben. 1996 hat er seine Autobiographie "Bad as I Wanna Be" veröffentlicht und bei der Präsentation ein Hochzeitskleid getragen.

Ein Nordkoreaner hat Rodman nach seiner Ankunft am Flughafen beinahe paralysiert angestarrt. Dann sagte er anwesenden Journalisten zufolge: "Er sieht aus wie ein Monster." (ccp)

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