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Doppelter Abi-Jahrgang: Besonderer Jahrgang, normale Noten

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Trend zu Spitzenleistungen: In NRW haben 1659 Schüler die Note 1,0 erreicht.  Foto: dpa
In NRW haben in diesem Jahr erstmals zwei Jahrgänge ihr Abitur geschrieben. Die Befürchtungen waren im Vorfeld groß, die Schüler würden mit der gestrafften Zeit nicht zurecht kommen. Am Donnerstag stellte Schulministerin Sylvia Löhrmann die Zahlen vor.  Von
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Düsseldorf

Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) ist zufrieden, als sie am Donnerstag ein dickes Zahlenwerk auf den Tisch legt – die statistische Auswertung der Abitur-Ergebnisse: Das Doppel-Abi ist gut gelaufen, lautet die Botschaft. Erstmals hatten in NRW zwei Jahrgänge ihr Abitur geschrieben.

Löhrmann erwähnt es gleich zu Beginn: Die G8-Abiturienten zeigen keine Leistungseinbrüche, obwohl sie nur acht statt neun Jahre am Gymnasium waren. Mit einer Durchschnittsnote von 2,41 liegen sie sogar minimal vor den Schülern, die erst nach Klasse 13 ihren Abschluss gemacht haben (2,44). „Damit haben sich unsere Erwartungen erfüllt“, sagt Löhrmann. Der Unterschied im hundertstel Bereich sei nicht relevant.

Unterschiede in den Schulformen

Auffallend sind allerdings die Leistungsunterschiede zwischen den Schulformen, die Gesamtschüler schnitten mit einem Notenschnitt von 2,75 etwa um eine Drittelnote schlechter ab. Dieser Unterschied lasse sich seit Einführung des Zentralabiturs 2007 beobachten. Bei der Durchfallquote ist der Abstand zwischen den Gesamtschulen, die beim Abi nach neun Jahren bleiben und den Gymnasien noch größer: Von den mehr als 99.000 Gymnasiasten, die zum Abitur antraten, fielen 2,3 Prozent durch – bei den Gesamtschülern waren es 7,21 Prozent. Der Grund für das schlechtere Abschneiden sei aber nicht, dass an den Gesamtschulen weniger gut gearbeitet würde: „Die Schulen nehmen eben auch Schüler auf, die keine Empfehlung für das Gymnasium hatten“, sagt Löhrmann.

Die Abiturergebnisse im Überblick. Foto: KStA-Tabelle

Dass die Zahl der durchgefallenen Abi-Kandidaten in allen Schulformen leicht gestiegen ist, wertet Löhrmann als Gegenbeweis für die CDU-Vermutung, ihr Ministerium habe Einfluss auf die Aufgaben genommen, um das Doppel-Abi zu vereinfachen. Die CDU im Landtag hatte hinter der hohe Zahl der Abiturienten mit der Traumnote 1,0 sinkende Qualitätsstandards vermutet und Löhrmann „Kuschelpädagogik“ vorgeworfen. Sie empfehle, „mal einen G-8-Schüler zu fragen, ob er die Jahre als Kuschelpädagogik empfunden hat.“

Mehr Spitzenleistungen

Die Note 1,0 erreichten in diesem Jahr 1659 Schüler. Gegenüber 2012 ist das ein Anstieg von 1,46 Prozent aller Abiturienten auf 1,55. Der Trend zur mehr Spitzenleistungen sei auch in den meisten anderen Bundesländern zu beobachten, so Löhrmann. NRW liege bei den Noten im Mittelfeld. Nachdem es in den vergangenen Jahren immer wieder Ärger um unlösbare Aufgaben gegeben hatte, sei es diesmal vergleichsweise problemlos gelaufen: „Es gab weniger Pannen.“

Das werden die Abiturienten, die im April zu Hunderten vor dem Schulministerium demonstriert hatten, nicht gerne hören. Sie hatten gegen die angeblich zu schwere Matheklausur im Grundkurs protestiert. Laut Löhrmann lassen sich aber keine ungewöhnlichen Abweichungen bei den Mathenoten der Vorjahre erkennen. Im Grundkurs liegt die Durchschnittspunktzahl bei 8,1, was Note drei entspricht. Ein anderer Trend der letzten Jahre hat sich auch 2013 bestätigt: Die Mädchen (Notenschnitt 2,4) waren besser als die Jungs (2,53).

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