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Dreikönigstreffen: Rösler stützen oder stürzen

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Der Bundesvorsitzende der FDP, Philipp Rösler. Foto: dapd
Vor dem Dreikönigstreffen steigt die Anspannung bei der FDP. In Stuttgart muss Parteichef Philipp Rösler sagen, wie die Liberalen aus der lebensbedrohlichen Krise herauskommen sollen – und warum er für diese Rettung der richtige Mann ist.  Von
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Berlin

Lange hat Wolfgang Kubicki geschwiegen. Aber kurz vor dem Dreikönigstreffen ergreift der liberale Dauerstörenfried wieder das Wort. Düster malt er die Aussichten seiner Partei. Und er nimmt Philipp Rösler persönlich ins Visier. Der FDP-Vorsitzende werde „in den Augen der Öffentlichkeit nicht als Krisenmanager wahrgenommen“, sagte Kubicki der „Leipziger Volkszeitung“.

Mit Spannung erwartete Rede

Starker Tobak, wird doch der FDP allgemein – nicht nur von Kubicki – eine lebensbedrohliche Krise bescheinigt. In Stuttgart soll Rösler sagen, wie sie herauskommen soll – und warum er für diese Rettung der richtige Mann ist. Seit Jahrzehnten geben die Vorsitzenden der Liberalen auf der Kundgebung am Dreikönigstag die politische Losung für das beginnende Jahr aus.

Schon vor seiner mit Spannung erwarteten Rede tritt Rösler den Kritikern entgegen. Er lobt die eigene Nervenstärke und erinnert die Partei daran, dass er den Vorsitz vor fast zwei Jahren übernommen habe, weil auch er die Schwierigkeiten der Partei sah und sie „wieder zum Erfolg führen“ wollte. Spekulationen über einen möglichen Rücktritt wies er in seiner niedersächsischen Heimatzeitung, der „Hannoverschen Allgemeinen“ zurück.

Weil aber die Kritik an seiner Person nicht spurlos an ihm vorübergegangen ist, hat Rösler die Dramaturgie des Traditionstreffens im Stuttgarter Staatstheater geändert: Es gibt nicht nur eine Hauptrede und dreimal Vorprogramm. Vielmehr soll Rainer Brüderle sein Co-Star sein.

Zwar wird der Chef der Bundestagsfraktion deutlich kürzer sprechen als er. Aber dass der Mann, den viele lieber heute als morgen an Röslers Stelle sehen würden, anstelle des Generalsekretärs zu Wort kommt, signalisiert der Partei: Ich habe verstanden. Prompt streuten Rösler nicht so wohlgesinnte Parteifreunde das Gerücht, er werde in Stuttgart seinen Amtsverzicht zugunsten Brüderles ankündigen. Das Dementi kam umgehend.

Der Fraktionschef versucht derweil den Ball flach zu halten. Interview um Interview versichert er, den Vorsitzenden zu stützen, nicht zu stürzen. Der 67-Jährige will nicht die Last des Parteivorsitzes übernehmen. Fragesteller, die ihm die Spitzenkandidatur für die Bundestagswahl im Herbst antragen wollen, weist er darauf hin, dass die FDP keine Bundesliste habe, sondern mit 16 verschiedenen Landeslisten antrete.

Wer führt den Wahlkampf?

Das ist zwar richtig, trifft aber nicht den Kern. Denn die Frage, wen sie auf ihren bundesweiten Plakaten herausstellt, wird sie dennoch beantworten müssen – auch wenn in allen liberalen Führungszirkeln bereits über ein Team gemunkelt wird.
Wie die FDP in den Bundestagswahlkampf geht, wird ohnehin nicht in Stuttgart entschieden, sondern in Hannover. Kommt die FDP in zwei Wochen nicht wieder in den niedersächsischen Landtag, ist Röslers Schicksal wohl besiegelt.

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