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Energiewende: Deutschland braucht neue Stromtrassen

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Stromtrasse
Bundeskanzlerin Merkel (CDU) will mehr Tempo beim dringend notwendigen Ausbau der Stromnetze. (Bild: dpa)

BONN - In Deutschland müssen bis 2022 rund 3.800 Kilometer neue Stromtrassen gebaut werden, um die Energiewende zum Erfolg zu machen. Das geht aus dem Entwurf des ersten nationalen Netzentwicklungsplans hervor, den die Stromnetzbetreiber am Dienstag der Bundesregierung überreichten. Außerdem sollen rund 4.000 Kilometer vorhandener Trassen aufgerüstet werden. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf rund 20 Milliarden Euro.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagt anlässlich der Übergabe des Entwurfs in der Bundesnetzagentur in Bonn, der Netzentwicklungsplan sei ein großer Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung der Energiewende. Bis zum Jahresende solle der Ausbau der deutschen Stromautobahnen in Gesetzesform gegossen werden. Die CDU-Chefin betonte ausdrücklich: „Es bleibt beim Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022.“

Der Deutschland-Chef des Netzbetreibers Tennet, Martin Fuchs, sagte, die Übertragungsnetzbetreiber seien überzeugt, das deutsche Höchstspannungsnetz für die erfolgreiche Energiewende fit machen zu können. „Zwanzig Milliarden hört sich erschreckend an“, erklärte der Manager. In Relation zu den Ausgaben für die Förderung von erneuerbaren Energien in Höhe von jährlich 14 Milliarden Euro sei dies jedoch eine handhabbare Summe.

Sorge mache ihm vor allem die Akzeptanz der neuen Trassen in der Öffentlichkeit, sagte Fuchs. Der Netzausbau sei deshalb kein Selbstläufer. Hier sei ein Schulterschluss aller Beteiligten notwendig.

Netzausbau auch mit Gleichstromtechnik

Bei dem geplanten Netzausbau sollen neben den üblichen Drehstromleitungen erstmals in Deutschland auch auf einer Länge von 2.100 Kilometern Punkt-zu-Punkt-Verbindungen in Gleichstromtechnik verwendet werden. Dabei geht es vor allem um neue, leistungsstarke Nord-Süd-Verbindungen, die die verbrauchsstarken und vom Ausstieg aus der Kernenergie besonders betroffenen Regionen in Südwestdeutschland mit dem durch den Zubau an Windenergie geprägten Norddeutschland verbinden sollen.

Der Entwurf des Netzentwicklungsplans soll am Mittwoch offiziell der Öffentlichkeit präsentiert und in den folgenden Wochen umfassend diskutiert werden. Merkel sagte, dies werde sicherlich nicht ohne Kontroversen abgehen. Doch sollten die Bürger umfassend an der Planung beteiligt werden.

Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sagte, der nun vorliegende Entwurf zeige, dass die Energiewende machbar sei. Der neue Umweltminister Peter Altmaier (CDU) erklärte, wichtig sei in Zukunft eine engere Verzahnung zwischen dem Netzausbau und dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Dies bringe mehr Netzstabilität und könne die Kosten der Energiewende begrenzen.

Befürchtungen, die mit dem Strompreis zu zahlende EEG-Umlage für die Förderung erneuerbarer Energie könne im kommenden Jahr durch den derzeit stürmischen Ausbau der Sonnenenergie drastisch steigen, wollte die Bundeskanzlerin nicht kommentieren. „Das ist im Moment noch Kaffeesatzleserei“, sagte sie. Die weitere Entwicklung hänge auch von der Novelle des EEG-Gesetzes ab, das die Förderung der Solarenergie weiter reduzieren solle. Sie ist zurzeit zwischen Bund und Ländern umstritten. (dapd)

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