29.07.2016
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Entlassung von Markus Babbel: Hoffenheims leeres Versprechen

Markus Babbel

Markus Babbel

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dpa

Der Fußball-Standort Hoffenheim wird zu einem immer größeren Rätsel. Was als perfekte Synthese zwischen dem schwerreichen Enthusiasten Dietmar Hopp und dem erfolgsbesessenen Fußballlehrer Ralf Rangnick zum Durchmarsch bis an die Bundesliga-Spitze geführt hat, ist bis heute ein leeres Versprechen geblieben.

Das Labor, in dem der perfekte Fußball entsteht, hat es nur ein halbes Jahr lang gegeben. Vom Aufstieg im Sommer 2008 bis zur Herbstmeisterschaft. Danach zerstörte der menschliche Faktor ein Fußballmärchen, das so schön begonnen hatte.

Der Trainer Rangnick verlor im Rausch des Experiments vielleicht ein wenig die Bodenhaftung. Der Milliardär Hopp wollte gleichzeitig herrschen und geliebt werden und dann noch Einfluss besitzen bis tief in den DFB hinein. Als er den Geldhahn nur ein wenig zudrehte, ergriff Rangnick persönlich getroffen die Flucht.

Damit war das Experiment gescheitert, und anstatt sich einen neuen Plan auszudenken, wechselte Dietmar Hopp Trainer und Manager wie Spielzeugfiguren. Keiner aber hat die Erwartungen so unterboten wie Markus Babbel, der in zehn Monaten alles war in diesem Verein: Hoffnungstrainer, Charismabringer, Trainer/Manager, dann nur noch Trainer und am Ende gar nichts mehr. So schnell geht das in Hoffenheim.