28.09.2016
Aktuelle Nachrichten aus Köln und der ganzen Welt

Entwicklungsländer: Behinderte Kinder müssen leiden

Behinderte Kinder

Ein Junge mit Behinderung ist in einem vietnamesischen Kinderheim an ein Bett angebunden worden.

Foto:

afp

Köln/Da Nang -

Behinderte Kinder in Entwicklungs- und Schwellenländern leben dem Kinderhilfswerk Unicef zufolge oft isoliert, in großer Armut und werden diskriminiert. Sie und ihre Familien zählen „weltweit zu den am stärksten benachteiligten und gefährdeten Menschen“ - zu diesem Ergebnis kommt der internationale Unicef-Jahresbericht „Zur Situation der Kinder in der Welt 2013“, der am Donnerstag im vietnamesischen Da Nang und in Köln veröffentlicht wurde.

Die Kinder würden als minderwertig angesehen und teils auch aus Aberglaube verfolgt. Meist würden sie in Heimen untergebracht.

Eine Ursache für schwere körperliche und geistige Behinderung ist Mangelernährung, die weltweit 165 Millionen Kinder beeinträchtigt. Zwischen 250.000 und 500.000 Minderjährige drohen jedes Jahr zu erblinden, weil sie an Vitamin-A-Mangel leiden. Auch Blutarmut führt häufig zu Behinderungen - jedes zweite Kind im Vorschulalter leidet unter Anämie.

In Kriegs- und Krisengebieten wie Syrien werden laut UN-Kinderhilfswerk viele Minderjährige schwer verletzt. Allein durch Minen oder Blindgänger werden 1000 Kinder jährlich verstümmelt oder getötet. Auf Hilfen warten die meisten Überlebenden vergeblich.

Behinderte Kinder haben den Angaben zufolge ein drei- bis viermal höheres Risiko, Opfer von Gewalt zu werden. Vernachlässigung und Missbrauch treffen sie laut Bericht besonders häufig. Auch ihre „Behandlung“ falle in Entwicklungsländern nicht selten gewalttätig aus - es gebe Elektroschocks, Zwangssterilisierungen und Zwangsabtreibungen.

Wie viele Kinder mit Behinderungen es weltweit genau gibt, ist nach Unicef-Angaben auch deshalb unklar, weil sich viele Regierungen nicht um das Thema kümmerten. Verlässliche Informationen gebe es nur in wenigen Ländern. Die Diskriminierung müsse überwunden werden, verlangte Unicef. Besonders wichtig seien eine frühe Diagnose und Förderung sowie gezielte Programme und Unterstützung für Familien statt einer Unterbringung im Heim. (dpa)


Neue Nachrichten

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?