26.08.2016
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Filmhaus: Köln braucht einen Ort für Filmkunst

Weihnachtsspecial im Filmhaus mit Kinski-Fans.

Weihnachtsspecial im Filmhaus mit Kinski-Fans.

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stefan worring

Ohne großes Aufsehen hat die Stadtverwaltung in den letzten Wochen einige Weichen für den Fortbestand einer wichtigen Institution der Medienstadt gestellt: Das Filmhaus an der Maybachstraße soll weiter machen können. Die Idee, die hinter seiner Gründung Anfang der 90er Jahre stand, bleibt richtig. Köln braucht ein attraktives Zentrum für unabhängige Filmkunst, für ihre Produktion und Präsentation.

Offen ist die Organisationform für den Neustart. Nach dem Scheitern des Konstrukts mit einem Verein als Träger dürfte ein solches Modell keine Chance mehr haben. Zerstritten und verschuldet hat er einen Scherbenhaufen hinterlassen. Doch diese Erfahrung darf nicht dazu führen, dass es freie, kleine und vor allem selbstverwaltete Initiativen in Zukunft schwerer haben werden, hier zu arbeiten und Angebote zu machen.

Gebraucht wird ein professionelles Management des Filmhauses, das ein Haus anständig verwaltet, mit Geld umgehen kann  und Dienstleistungen für seine Nutzer anbietet - aber inhaltlich weiterhin kreative Vielfalt und Selbstverwaltung ermöglicht.

Pause für Aus-und Weiterbildung

In ihren Planungen geht die Stand davon aus, dass eine Zwischennutzung des Hauses bis zu einer endgültigen Entscheidung über den zukünftigen Träger möglich sein muss. Sie stärkt vor allem der privaten Initiative den Rücken, die sich um den Kinobetrieb kümmert. Die Tätigkeitsfelder „Produktion“ und „Aus- und Weiterbildung“ sollen erst einmal pausieren. Hier wirken offenbar die Erfahrungen nach, die man mit den handelnden Personen des alten Trägervereins gemacht hat. Inhaltlich nachzuvollziehen ist diese Absage aber nicht. Will man die kreative Vielfalt fördern, sollte alles im Filmhaus weiterlaufen können, was sich selber tragen kann. Ob die Partner von heute auch die Partner von morgen sein müssen, bleibt offen.

So wäre es naheliegend, auch noch einmal die Kontakt zur Filminitiative „Luxet“ wiederzubeleben, die in der Südstadt an einem neuen Nutzungskonzept für das Haus des umgezogenen Völkerkundemuseums am Ubierring gearbeitet hatte. Natürlich lag der Reiz der „Luxet“-Idee vor allem in der Revitalisierung des schmucken, großen Gebäudes, in dem man sich auch Festivals und großes Premierenkino vorstellen konnte.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude des  Güterbahnhofs Gereon, aus dem der Mediapark wurde, bietet diese Perspektive nicht. Es ist kleiner, aber nicht weniger charmant als das Haus am Ubierring. Einen weiteren großen Kinosaal braucht die Stadt nicht – wohl aber eine lebendige Vernetzung von Filmkunst, Medienbildung und Rahmenbedingungen für unabhängige Produktion. Dafür ist und bleibt das Filmhaus ein guter Ort.

 


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