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Flüchtlingsdrama: Ein Kranz für die Toten vor Lampedusa

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Italien steht für die Zustände der Flüchtlingsunterkünfte auf Lampedusa immer wieder in der Kritik. Doch Bevölkerung und Veraltung sehen sich überfordert. Jetzt will der Papst die Menschen besuchen. Foto: dpa
Der Flüchtlingsstrom von Afrika nach Italien hat im ersten Halbjahr 2013 erneut zugenommen. Viele Flüchtlinge sterben unterwegs. Besonders viele Menschen versuchen, nach Lampedusa zu kommen, deren Flüchtlingslager überfüllt sind. Jetzt will der Papst die Insel besuchen.  Von
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Rom

Sie klammerten sich an einen Thunfisch-Käfig im Schlepptau eines Fischerbootes, konnten sich nicht halten - und ertranken. Mindestens sieben junge Afrikaner bezahlten vor gut zwei Wochen ihren Versuch, über das Mittelmeer auf die kleine Insel Lampedusa und damit nach Europa zu gelangen, mit dem Leben. Es waren sieben von mehr als 1.500 Flüchtlingen aus afrikanischen, arabischen und asiatischen Ländern, die jährlich im Mittelmeer sterben.

Das Unglück, von dem überlebende Bootsflüchtlinge berichteten, machte Schlagzeilen, die Nachricht erreichte auch Papst Franziskus. Die Tragödie – eine „aus einer ganzen Reihe ähnlicher Tragöden“ - habe Franziskus tief gerührt, teilte der Vatikan am Montag mit. Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe sich deshalb entschlossen, Lampedusa zu besuchen. Am kommenden Montag wolle der Papst dort für diejenigen beten, die im Mittelmeer ihr Leben ließen und all diejenigen Flüchtlinge besuchen, die es auf die Insel geschafft haben. Er wolle außerdem an alle appellieren, sich dieser Menschen in extremer Not anzunehmen.

Franziskus‘ Reise hat angesichts der Anstrengungen Europas, sich gegen die unerwünschten Zuwanderer abzuschotten, neben der menschlichen auch eine sehr deutliche politische Dimension. Es ist der erste Besuch eines Papstes auf der südlich von Sizilien gelegenen Insel, die „Tor nach Europa“ genannt wird. Wegen der Zustände im hoffnungslos überfüllten Auffanglager auf Lampedusa ist der italienische Staat immer wieder in die Kritik geraten. Auch gibt es großen Unmut bei den Inselbewohnern, die sich von dem Ansturm überfordert fühlen

Der Flüchtlingsstrom nach Italien hat im ersten Halbjahr 2013 erneut zugenommen, die Zahl der Bootsflüchtlinge verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr. In den ersten sechs Monaten landeten knapp 8.000 Menschen an Italiens Küsten, davon fast die Hälfte auf Lampedusa. Am Wochenende hatte Italiens Innenminister und Vize-Premier Angelino Alfano von der Berlusconi-Partei Volk der Freiheit (PdL) die Insel besucht und erneut beklagt, dass Italien im Streit um den Umgang mit Flüchtlingen zu wenig Unterstützung erhalte: „Wer hier ankommt, will nicht nach Sizilien oder Italien, sondern nach Europa.“

Der Vatikan erklärte am Montag, der Papst-Besuch werde wegen der „besonderen Umstände“ so unauffällig wie möglich gehalten. Geplant ist laut Vatikan-Sprecher Federico Lombardi, dass Franziskus im Gedenken an die Todesopfer einen Kranz ins Meer wirft, dann Flüchtlinge und die Bevölkerung trifft und zum Abschluss eine Messe im kleinen Stadion von Lampedusa feiert.

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