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Indien: Vergewaltigte Studentin eingeäschert

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Die Einäscherungszeremonie für die vergewaltigte und getötete Studentin wurde in Indien von Protesten begleitet. Foto: afp
Der Leichnam der brutal vergewaltigten Inderin ist am Sonntag eingeäschert worden. Die Trauerzeremoni wurde im Land von scharfen Protesten gegen Gewalt gegen Frauen begleitet. Unterdessen soll es in Kalkutta zu einer weiteren Gruppenvergewaltigung gekommen sein.
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Neu Delhi

Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen ist der Leichnam der von mehreren Männern brutal vergewaltigten indischen Studentin eingeäschert worden. Die Trauerzeremonie nach hinduistischem Brauch fand am Sonntag in Neu Delhi im Familienkreis statt, zuvor hatten indische Spitzenpolitiker der Familie persönlich ihr Beileid übermittelt. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte Gewalt gegen Frauen scharf.

Unterdessen soll es in Indien zu einer weiteren brutalen Gruppenvergewaltigung gekommen sein. Die Polizei in Kalkutta teilte mit, dass ihr ein Sexualverbrechen mit anschließender Tötung gemeldet worden sei. In einem Dorf in der Nähe der Millionenstadt sei demnach eine Frau auf dem Heimweg von sechs Männern vergewaltigt worden. Ihr Ehemann, der sie begleitete, soll mit Säure angegriffen worden sein. Nach dem sexuellen Übergriff sei die Frau von den Männern getötet und in einem Teich am Straßenrand geworfen worden. Weitere Details gab die Polizei zunächst nicht.

23-jährige Studentin wollte im Februar heiraten

Freunde, die an der traditionellen Einäscherung teilnahmen, sagten der Nachrichtenagentur AFP, die Frau habe im Februar ihren Freund heiraten wollen. „Sie hatten bereits alle Vorbereitungen getroffen und eine Hochzeitsparty in Delhi geplant“, sagte die Nachbarin Meena Rai, die zusammen mit der künftigen Braut schon nach Hochzeitskleidern Ausschau gehalten hatte.

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Regierungschef Manmohan Singh und die Vorsitzende der regierenden Kongresspartei, Sonia Gandhi, empfingen die Familie des Opfers zuvor auf dem internationalen Flughafen von Neu Delhi. Dort landete das Charterflugzeug aus Singapur mit dem goldfarbenen Sarg der 23-Jährigen an Bord. Dieser wurde in einem Autokonvoi zum Krematorium im Distrikt Dwarka im Südwesten der Hauptstadt gebracht.

Die Studentin war am Samstag in einem Krankenhaus in Singapur ihren schweren Verletzungen erlegen, die sie durch die Gruppenvergewaltigung in einem Bus in Neu Delhi am 16. Dezember erlitten hatte. Das Opfer und ihr Freund kamen aus dem Kino, als die Männer, darunter der Busfahrer, über sie herfielen. Die Frau wurde mehrfach brutal vergewaltigt, unter anderem wurden ihr mit einer Eisenstange schwere Darm- und Kopfverletzungen zugefügt. Auch ihr Freund wurde verletzt.

Ein sicherer Platz für Frauen werden

Die Vergewaltigung hatte in Indien zum Teil gewalttätige Proteste gegen die in der indischen Gesellschaft verbreitete Gewalt gegen Frauen und die Untätigkeit der Behörden ausgelöst. Auch am Wochenende gingen in Neu Delhi und anderen Städten wieder tausende Menschen auf die Straßen. Die Proteste blieben weitgehend friedlich; mehrere Steinewerfer wurden am Sonntag sofort festgenommen. In Neu Delhi sicherte ein Polizeigroßaufgebot Regierungsgebäude.

Inderin stirbt an Folgen der Vergewaltigung

Er sei „zutiefst betrübt“, dass die junge Studentin ihren schweren Verletzungen erlegen sei, erklärte Singh am Samstag. Die Proteste seien eine „verständliche Reaktionen“ eines jungen Landes, das auf einen Wandel hoffe. Singh rief die Bevölkerung auf, ihre Emotionen und Energien in „konstruktives“ Handeln umzuwandeln. Indien müsse ein besserer und sichererer Platz für Frauen werden.

Kongresspartei-Chefin Gandhi versprach, der tragische Tod der jungen Frau werde „nicht umsonst“ gewesen sei. „Als Frau und Mutter verstehe ich den Schmerz“, erklärte sie. In Indien ist sexuelle Gewalt gegen Frauen an der Tagesordnung. Viele Opfer trauen sich nicht, ihre Peiniger anzuzeigen, weil sie sowohl die schwerfällige Justiz als auch die Reaktionen männlicher Polizisten fürchten. Bei nahezu 90 Prozent der im vergangenen Jahr offiziell erfassten 256. 329 Gewaltdelikte in Indien waren eine oder mehrere Frauen Opfer.

Ban äußerte tiefe Trauer über den Tod der Frau. „Gewalt gegen Frauen darf niemals hingenommen, niemals entschuldigt, niemals toleriert werden“, sagte ein Sprecher Bans in New York. „Jedes Mädchen hat ein Recht darauf, geachtet, geschätzt und geschützt zu werden.“ Den sechs festgenommenen mutmaßlichen Tätern drohen nach dem Tod der Studentin Mordanklagen. Darauf steht in Indien die Todesstrafe. (afp/rtr)


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