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Islamistische Terrorzelle: Auch Pro-Köln-Politiker auf Todesliste

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Laut Medienberichten wurde von Spezialeinheiten ein Anschlag auf pro NRW Chef Markus Beisicht (l) vereitelt.  Foto: Getty Images
Die vier festgenommenen Islamisten hatten neben Markus Beisicht weitere Funktionäre der Pro-Bewegung im Visier. Zum Zeitpunkt ihrer Festnahme bereiteten sie bereits Anschläge auf den Pro-NRW-Generalsekretär und die Schatzmeisterin vor.  Von
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Köln

Sie müssten „den Kopf“ töten, den „Anführer“, dann breche „bei denen alles kaputt“. Nur 200 Meter Luftlinie entfernt vom Leverkusener Haus von Markus Beisicht, dem Vorsitzenden der Partei Pro NRW, diskutieren zwei Männer im Auto mitten in der Nacht über Fluchtwege und Tötungsmethoden.

Es gebe zahlreiche Möglichkeiten, den rechtsextremen Politiker zu ermorden, sagt einer. Ein Sprengsatz unter dem Auto oder ein, zwei Handgranaten: „Wenn du richtig begabt bist, kannst du den Zünder mit einer Batterie verbinden.“

Weitere Pro NRW-Funktionäre bespitzelt

Die abgehörten Gespräche, die am 13. März zur Festnahme von vier Islamisten führten, beinhalten nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ zahlreiche Indizien dafür, dass sich die Männer zu einer Terrorzelle zusammengeschlossen haben.

Deren Ziel war nach Ansicht der Generalbundesanwaltschaft, „führende Mitglieder“ der Pro-Bewegung zu töten. Wie zu erfahren war, haben die Beschuldigten nicht nur die Lebensgewohnheiten des Parteichefs Beisicht ausspioniert, sondern im Dezember vergangenen Jahres auch das Wohnumfeld der rechtsextremen Spitzenfunktionäre Markus Wiener und Judith Wolter erkundet.

Beim Bierchen im "Flämischen Löwen": Die Spitze von "Pro Köln" mit Judith Wolter, Markus Wiener und Markus Beisicht (v. l.). Die drei Politiker sind ins Visier von Islamisten geraten. Ein Anschlag auf Markus Beisicht wurde in letzter Minute vereitelt.  Foto: Archiv

Wolter und Wiener sitzen für ihre Fraktion im Kölner Stadtrat und haben zudem noch führende Positionen bei Pro NRW. Ihre Namen stehen auf einer Liste, die bei einem der Festgenommenen gefunden wurden. Auf dem Papier, auf dem acht Funktionsträger der Pro-Partei mit einem roten Stift markiert wurden, stehen dem Vernehmen nach auch die Namen einiger Bewerber für die NRW-Landeslisten der NPD und der Piraten.

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Einer der Islamisten, der Bonner Konvertit Marco G., soll das Mordkomplott mittlerweile eingestanden haben, berichtet das Magazin „Focus“. Der 25-Jährige habe gegenüber Polizeibeamten ausgesagt, er habe bei dem geplanten Anschlag außer den Parteivorsitzenden Beisicht niemanden verletzen wollen. Im Übrigen wisse die Polizei doch schon alles. Sie habe „unsere Gruppe abgehört, Telefon, Auto, alles. Wir handelten im Namen Allahs, hatten den Befehl dafür.“  

Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ könnte dieser „Befehl“ aus dem pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet gekommen sein. „Ihr sollt die Mitglieder von Pro NRW alle töten! Lauert und sucht einzelne Personen im Geheimdienstverfahren auf, sammelt genug Informationen über ihre Wohnorte, über ihre täglichen Routen, ihre Arbeitsplätze“, hetzte der deutsche Dschihadist Yassin Chouka im Mai 2012 in einem Internetvideo.

Auch einige der jetzt Festgenommenen sollen die siebenminütige Audiobotschaft ihres Glaubensbruders gesehen haben, der in Bonn aufgewachsen und 2007 aus Deutschland ausgereist ist, um sich unter dem Kampfnamen „Abu Ibrahim“ in Pakistan der Terrorgruppe „Islamische Bewegung Usbekistans“ (IBU) anzuschließen.

Sprengfähiges Ammoniumnitrat entdeckt

Ob die salafistische Vierergruppe von der Chouka-Botschaft maßgeblich beeinflusst wurde, ist noch nicht geklärt. Wie zu erfahren war, wurde in den Wohnungen der Extremisten nach deren Festnahmen aber nicht nur eine Pistole und sprengfähiges Ammoniumnitrat entdeckt. Die Ermittler sollen auch eine Handskizze vom Haus Beisichts, Google-Ausdrucke von seiner Wohngegend mit der in der Nähe liegenden Polizeiwache, eine schusssichere Weste sowie mehrere Schalldämpfer entdeckt haben, die die Beschuldigten aus einem Abwasserrohr und Dämmstoff selbst gebaut haben sollen.

Für die geplanten Anschläge sollen die Männer nach Ansicht der Ermittler das Schießen  mit einem Gasrevolver geübt haben. Das dafür notwendige Fachwissen habe einer der Beschuldigten gehabt, der laut Informationen des Verfassungsschutzes als Soldat in Albanien den Umgang mit Waffen und Sprengstoff gelernt habe.

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