25.08.2016
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Kommentar: Das Gefühl der Bedrohung ist weltweit

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AP/dpa

Als der amerikanische  Footballspieler O. J. Simpson 1994 nach dem Mord an seiner ehemaligen Frau mit dem Auto vor der Polizei floh, schaute die Nation zu. Es war die erste Verfolgungsjagd, die ein US-Fernsehsender aus einem Hubschrauber beobachtete und live übertrug. Als die Polizei am Freitag in Boston einen der Terrorverdächtigen suchte und dafür die ganze Stadt absperrte, schaute die Welt zu. Auch daran lässt sich das Ausmaß der Globalisierung im letzten Jahrzehnt ablesen. So, wie Terroristen an jedem Platz der Erde zuschlagen können, so verfolgen Menschen von fast jedem Platz der Erde aus mit einer Mischung aus Angst und Sensationslust, wie im Vorort einer amerikanischen Großstadt Jagd auf einen möglichen Terroristen gemacht wird. Die Nachricht vom zeitgleich entdeckten Sprengstoffbrief an den Bundespräsidenten macht diesen Eindruck der weltweit vernetzten Ereignisse für den deutschen Zuschauer komplett.

Natürlich hängt nur scheinbar alles mit allem zusammen. Doch das Gefühl der Bedrohung ist weltweit, und es wird durch die Art der medialen Dauerpräsenz nicht geringer. Die Moderatoren der Nachrichtensender, die die Livebilder aus Boston Stunde um Stunde kommentieren, ergehen sich am Freitagnachmittag in den gewagtesten Spekulationen über die Hintergründe und Motive der möglichen Täter. Sie haben keinerlei verlässliche Hinweise, weder auf die Täter von Boston noch auf die Absender der Briefbombe von Berlin. Auch das gehört zur globalen Medienwelt; das unablässige Rauschen von Informationen, die im Zweifel gar keine sind. 

 

 


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