27.09.2016
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Kommentar: Die Marke FDP ist schwer beschädigt

FDP

Der FDP laufen die Mitglieder davon.

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dapd

Ein schwacher Vorstandsvorsitzender, ständige Angriffe aus der zweiten Reihe – und jeder Unterabteilungsleiter verbreitet seine eigene Werbebotschaft. Und diese Firma ist immer noch nicht pleite? Nun ja, es geht um die FDP – und politische Unternehmen sind aufgrund staatlicher Mitfinanzierung schwer tot zu bekommen. Dennoch: Die einst ehrwürdige und erfolgreiche Marke FDP ist so schwer beschädigt, dass auch die Leidensfähigkeit ihrer Mitglieder überstrapaziert ist.

Die Grünen dagegen zeigen, wie Erfolg entstehen kann: mit Gelassenheit und einem langfristigen Konzept. Den selbstsüchtigen Postenstreit ihrer Führungsleute löste die Partei per Mitgliederbefragung. Das erwies sich erstens als pragmatisch – und zweitens ist Beteiligung für Parteien immer ein gutes Verkaufs- und Eintrittsargument. Vor allem gibt es einen klaren Kurs, wobei die Partei nach Fukushima auch von einer für sie günstigen Konjunktur profitiert.

Bedrohte Branche

Doch der positive Trend bei den Grünen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Parteien generell in einer bedrohten Branche arbeiten. Das ist Folge eines gesellschaftlichen Wandels – der Einzelne bindet sich oft nicht mehr an Organisationen. Viele Probleme sind aber auch hausgemacht. Wer in einen SPD-Ortsverein eintrete, brauche „eine gehörige Portion Masochismus, um wiederzukommen“. Ein Satz von Thomas Meyer, dem Vize-Vorsitzenden der SPD-Grundwertekommission.

Richtig ist aber auch: Demokratie ist halt anstrengend. Jeder muss sich fragen, ob er sich mehr engagieren kann. Parteien mögen unbeliebt sein. Doch die Gesellschaft kann es sich nicht leisten, wenn Politiker zu den Bergarbeitern des 21. Jahrhunderts werden.


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